Masthühner
In nur 32 Tagen erreicht ein Masthuhn sein Schlachtgewicht. Wie bei kaum einer anderen Nutztierart führen schnelles Wachstum und hochgradig intensivierte Haltung zu Leiden, Erkrankungen und Schäden. Die negativen Auswirkungen der einseitigen Wachstumszucht auf das Wohlergehen der betroffenen Tiere sind trotz ihres kurzen Lebens vielfältig.
Billige Massenware
In der EU werden jedes Jahr fünf Milliarden Masthühner geschlachtet. In Deutschland werden jährlich 604,5 Millionen Masthühnerküken eingestallt. Deutschland ist neben Großbritannien, Frankreich und Spanien der viertgrößte Hähnchenproduzent in der EU. Der durchschnittliche deutsche Verbraucher verzehrt im Jahr gut zehn Kilo Hühnerfleisch – Tendenz steigend. Das helle Fleisch gilt als fettarm und gesund. Seit der BSE-Krise bildet es eine Alternative zum verpönten Rind. Um diesen Bedarf zu decken, stieg die Erzeugung seit 1999 um 10 Millionen Tiere. Den Markt teilen sich wenige Konzerne.
Oberstes Ziel der intensiven Masthühnerproduktion ist die Erzeugung mit möglichst geringen Kosten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden so viele Tiere wie möglich auf wenig Fläche gehalten. Sie sollen bei geringem Futterverbrauch so schnell wie möglich zur Schlachtreife heranwachsen. Den Preis hierfür zahlen die Tiere: Verhaltensstörungen, Krankheiten und hohe Sterberaten (5 bis 7,5 Prozent) sind die Folge. Nicht selten sind mehr als 30 Prozent der Masthühner krank oder verletzt wenn sie am Schlachthof ankommen.
Aufgrund der extremen Leistungszucht und der schlechten Haltungsbedingungen sterben allein in Deutschland pro Jahr 30 bis 45 Millionen Tiere; sie werden als "Abfall" entsorgt.
|
|