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Eisbärenhaltung


In Deutschland

Eisbären leiden in Zoos. In freier Wildbahn durchstreifen die Einzelgänger riesige Reviere, im Zoo vegetieren sie in engen Gehegen dahin.


Eisbär Flocke.
© VIER PFOTEN

Neben dem Kodiakbär ist der Eisbär das größte Landraubtier der Erde. Eisbären leben in den arktischen Regionen rund um den Nordpol und sind perfekt an das extreme Klima angepasst. Die meisten hocharktischen Bären halten sich das ganze Jahr über an den Küsten oder auf dem Meeres-Eis auf, um dort zu jagen. Ihre Hauptnahrung besteht vorwiegend aus Fleisch, vor allem aus Ringelrobben sowie Bart-, Sattelrobben oder jungen Walrossen. Auf der Suche nach Nahrung legen die Tiere jährlich bis zu 1000 Kilometer zurück. Sie sind aber auch ausgezeichnete Schwimmer. Insgesamt kann der Lebensraum eines Eisbären bis zu 200.000 Quadratkilometer umfassen.

 

Eisbären sind Einzelgänger, und im Gegensatz zu Braunbären halten sie keine Winterruhe. Nur bei Weibchen mit Jungen ist es anders: Werdende Mütter verbringen den Winter in Höhlen an Land. Ab März verlassen sie diese gemeinsam mit ihren Jungen. Die Jungbären bleiben 1½ bis 2½ Jahre bei ihrer Mutter und lernen von ihr das überlebenswichtige Jagdverhalten.

 

 

Zoogehege viel zu klein

 

Derzeit leben immer noch Eisbären in deutschen Zoos – in viele zu kleinen Gehegen, meist in Paar- oder Gruppenhaltung. Maßgeblich für die Gehegegröße in deutschen Zoos ist das Säugetiergutachten. Eisbären wird im Gutachten lediglich eine Mindestfläche von 400 Quadatmetern für zwei Tiere zugestanden.

 

Es ist in Zoos noch weit verbreitet, die Tiere in sterilen Anlagen auf Betonplateaus zu präsentieren. Dann bewegen sie sich ständig auf hartem Substrat – abgesehen von vereinzelten Sand- oder Schotterflächen. Inzwischen versuchen Zoos vermehrt den natürlichen Lebensraum durch Gras- und Sandlandschaften zu imitieren. Doch weitläufige Polarhabitate kann kein Zoo bieten.

 

 

Natürliches Verhalten unterdrückt

 

Der natürliche Lebensraum des Eisbären kann in Zoos nicht nachgebildet werden. Die Langstreckenläufer haben in Gefangenschaft keine Möglichkeit, ihr natürliches Verhalten auszuleben. Bedürfnisse wie Partner- und Nahrungssuche, Jagd- und Fluchtverhalten werden in der reizarmen Umgebung dauerhaft unterdrückt. Auch die ständige Nähe zu Artgenossen und Menschen sowie sommerliche Hitze machen den Tieren zu schaffen. Die Folge sind schwere Verhaltensstörungen. Eine Studie belegt, dass sich von 31 untersuchten Zoobären fast 95 Prozent stereotyp verhalten. Auch Beschäftigungsangebote ändern an diesen Störungen nichts.

 

Nicht zuletzt aufgrund der widrigen Haltungsbedingungen treten hohe Nachzuchtverluste auf. Die wenigsten Jungen überleben ihre ersten Lebenstage. Im Gegensatz zu einer abgeschiedenen Wurfhöhle in freier Wildbahn sind Eisbärenmütter im Zoo vielen Störungen ausgesetzt und töten ihre Jungen oft nach der Geburt. Viele Zoos haben die Eisbärenhaltung inzwischen aufgegeben (z.B. Frankfurt, Münster und Duisburg).

 

 

Jungtiere als Publikumsmagneten

 

Trotzdem nehmen viele Zoos die großen Risiken einer Handaufzucht in Kauf. Überleben diese Eisbären die kritischen ersten Monate, zeigen sie später oft schwere Verhaltensstörungen. Da sie auf Menschen fehlgeprägt sind, ist die Trennung von der Bezugsperson eine große Belastung. Es wundert daher nicht, dass bei Handaufzuchten Paarungen häufig scheitern oder die Tiere unfähig sind, eigenen Nachwuchs großzuziehen. Die Bären haben lebenslang Probleme im Umgang mit Artgenossen.

 

 

Zoo-Eisbären können nicht ausgewildert werden

 

Zoos können den natürlichen Lebensraum von Eisbären nicht nachbilden. Die Raubtiere verlernen die Jagdtechniken, das Sozialverhalten gegenüber wilden Artgenossen und verlieren die Scheu vor Menschen.

 

Zoo-Eisbären wie Knut & Co. können nicht ausgewildert werden, weil ihnen überlebenswichtige Verhaltensweisen fehlen. Nur der Schutz ihrer natürlichen Lebensräume sichert den Erhalt der Art.

 

Im Zoo lernen Kinder kaum etwas über die natürlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Eisbären. Auch in den Medien werden junge Eisbären vermenschlicht dargestellt. Doch eines der gefährlichsten Landraubtiere ist kein Kuscheltier.

 

 

VIER PFOTEN fordert ein Ende der Eisbärzucht in Zoos

 

Eisbären haben sehr komplexe Verhaltensweisen; sie brauchen enorm viel Platz und ein spezielles Klima. Zoos können dem niemals gerecht werden! Die Jungtieraufzucht in Gefangenschaft ist kein sinnvoller Beitrag zum Artenschutz.

 

VIER PFOTEN fordert, die Eisbären-Zucht in Zoos einzustellen und die Eisbärenhaltung auslaufen zu lassen. Der Schutz der wildlebenden Individuen und ihrer Lebensräume hat absolute Priorität.    


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