VIER PFOTEN App nun für Iphone/Ipad und Android erhältlich


VIER PFOTEN App Download für
AndroidAndroid

IphoneIphone

Delfinarien


Albträume aus Beton

Immer noch werden Delfine gehalten und in Tiershows präsentiert. Doch das Leben in Gefangenschaft ist für die quirligen und hochintelligenten Meeressäuger eine Qual.


In freier Wildbahn schwimmt ein Delfin bis zu 150 Kilometer am Tag.
© Giovanni Romano / pixelio.de

Nach einer Studie der Whale and Dolphin Conservation Society aus dem Jahr 2011 leben in 14 Mitgliedstaaten der Europäischen Union in 34 Delfinarien noch circa 286 Wale und Delfine, zumeist Große Tümmler. Auch in Deutschland fristen an drei Standorten insgesamt 15 Große Tümmler ihr Leben: Im Allwetterzoo Münster, dem Tiergarten Nürnberg und dem Zoo Duisburg, wo zusätzlich ein Amazonas-Flussdelfin gehalten wird.

 

Hierzulande sind die Mindestanforderungen an die Delfinhaltung im sogenannten Säugetiergutachten geregelt. Es enthält Empfehlungen für die Haltung und wurde 1996 vom zuständigen Verbraucherministerium herausgegeben. Danach muss für fünf ausgewachsene Delfine ein Zwei-Becken-System mit 400 Quadratmetern Fläche und einer Tiefe von bis zu vier Metern vorhanden sein.

 

Die Haltung in kleinen, reizarmen Becken ist für die hochmobilen Tiere eine Qual: In freier Wildbahn beanspruchen Delfine Streifgebiete von bis zu 300 Quadratkilometern, schwimmen an einem Tag bis zu 150 Kilometer, erreichen Höchstgeschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern und tauchen hunderte Meter tief!

 

 

Kein Schwimmbecken kann das Meer ersetzen

 

Wale und Delfine sind darüber hinaus sehr intelligent und haben oft ein sehr komplexes Sozialverhalten, dem in Gefangenschaft unmöglich Rechnung getragen werden kann. Neben Tierschutzverbänden spricht sich daher auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz in dem Gutachten gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen aus.

 

Für VIER PFOTEN ist die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und anderen Walen wie Orcas oder Schweinswalen tierschutzwidrig. Es ist unmöglich, den hoch spezialisierten Meeressäugern eine Umgebung zu bieten, die ihre grundlegenden Bedürfnisse (etwa Mobilität, Sozialgefüge) erfüllt. Hohe Sterberaten und fehlende Nachzuchten machen den Zukauf von Wildfängen für die Zoopopulation unumgänglich – zulasten des Artenschutzes.

 

 

Delfinhaltung verbieten!

 

VIER PFOTEN fordert deshalb aus Tier- und Artenschutzgründen die möglichst rasche Schließung bestehender Delfinarien.

 

Zurzeit werden die Mindestvorgaben für die Tierhaltung in Zoos, das oben genannte Säugetiergutachten, überarbeitet. VIER PFOTEN setzt sich im Rahmen der Überarbeitung für eine klare Positionierung gegen die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und anderen Walen ein. Dieser Schritt könnte den überfälligen Ausstieg aus der Delfinhaltung in Deutschland einleiten.


Verwandte Artikel

drucken