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Wildtiere im Zoo


Etwa zehn Millionen Tiere weltweit leben in Zoos. Vor allem Wildtiere ziehen Besucher an, doch gerade sie leiden in Gefangenschaft.


Wildtiere leiden im Zoo häufig unter Verhaltensstörungen.
© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

Weltweit gibt es rund zehntausend Zoos und Tierparks, allein im deutschsprachigen Raum sind es weit über 800. Um für Besucher attraktiv zu sein, präsentieren sie Säugetiere, Vögel, Reptilien und Fische aus sämtlichen Kontinenten und Klimazonen. Viele Arten haben hohe Ansprüche an ihre Haltung. Werden diese nicht erfüllt, sind oft Verhaltensstörungen wie Stereotypien, gesteigerter Sexualtrieb oder Aggressionsverhalten die Folge.

Zwar versuchen viele Zoos verstärkt, mit modernen Gehegen den natürlichen Lebensraum der Tiere zu imitieren; doch Wassergräben, Naturboden, Pflanzen und künstliche Felsen vermitteln vor allem den Besuchern die Illusion einer artgemäßen Haltung. Die Zoogehege unterscheiden sich grundlegend von den natürlichen Lebensräumen der Tiere – z.B. in Größe, klimatischen Bedingungen und Strukturierung.

Eine tiergemäße Haltung von Wildtieren in Zoos ist aus Tierschutzsicht grundsätzlich schwierig und nur unter Einhaltung höchster Anforderungen denkbar.


 

Stress und Langeweile

 

Zoos werden den natürlichen Bedürfnissen von Wildtieren nur selten gerecht, denn auch eine naturnah gestaltete Kunstwelt kann die freie Wildbahn nicht ersetzen. Wie soll man auch all jenen Tierarten genug Auslauf bieten, die in natürlicher Umgebung täglich viele Kilometer zurücklegen? 

 

Im Zoo haben viele Tiere kaum Möglichkeiten mit ihrer Umwelt zu agieren, stehen oft einfach nur stundenlang in viel zu kleinen Anlagen und bilden Verhaltensstörungen aus, die sich zum Beispiel in ständig wiederholten Bewegungsabläufen ausdrücken.

Einige Zoos versuchen mit Beschäftigungsanreizen dagegen zu wirken: Hierzu gehört das Verstecken von Nahrung, der Einsatz von Beutesimulatoren oder die Vergesellschaftung verschiedener Tierarten. Doch in den begrenzten Gehegen werden auch sie bald zur Routine. Weniger publikumswirksame Zootiere kommen oft erst gar nicht in den Genuss solcher Maßnahmen.

 

 

Unnatürliche soziale Gruppen

 

Tierarten, die in freier Wildbahn ständig oder doch phasenweise als Einzelgänger leben, werden in Zoos häufig vergesellschaftet. Das natürliche Sozialverhalten der Zoobewohner kann oft nicht angemessen berücksichtigt werden, so werden nicht selten harmonische Familiengruppen aufgrund von internationalen Zuchtplänen oder aus Platzmangel in den Zoos auseinandergerissen. Die Allgegenwart von Lärm, menschlichen und tierischen Gerüchen und Geräuschen ist ein weiterer Stressfaktor.


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