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Igel gefunden – was tun?


VIER PFOTEN gibt Tipps für effektiven Igelschutz

Im Herbst wird das Nahrungsangebot für Igel knapper und der Winterschlaf steht bevor. Wer Igeln helfen will, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen, sollte sich gut informieren. Denn nicht jeder Igel braucht unsere Unterstützung.

 

Igel gehören zu den besonders gefährdeten Arten und dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz der Natur nicht entnommen werden. Eine Ausnahme bilden kranke, verletzte oder verwaiste Tiere. Wenn dies sichergestellt ist, empfehlen wir, sich umgehend an eine Wildtier-Station oder einem Tierarzt wenden, um fachkundigen Rat einzuholen. Gemeinsam mit dem Experten kann entschieden werden, ob der Igel in der eigenen Gartenlaube überwintern kann oder ob eine Auffangstation die bessere Unterbringung ist. Der Igel sollte nicht in Wohnräumen untergebracht und aufgepäppelt werden, da die warme Zimmertemperatur die Ausbreitung von Parasiten begünstigt.

 


Der Igel ist ein streng geschütztes Wildtier und gehört nur im Ausnahmefall in menschliche Obhut.
© EGS|Stefan Knoepfer

Von Mitte November bis März begeben sich Igel in den Winterschlaf. Dabei werden die Körperfunktionen auf ein Minimum herabgesetzt. Mit Hilfe ihrer angefressenen Energiereserven können die Tiere bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Eine sehr gute Überlebenschance haben Igel, die vor dem Winterschlaf 500 Gramm oder mehr wiegen.

 

Erst beobachten

Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen. Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden - Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich, z.B. mit einer Futterstelle in geschützter Lage.

 

Die wenigsten Jungigel werden wirklich verlassen. Denn Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein. Ein vermeintlich verlassenes Jungtier sollte man daher zunächst genau beobachten, ehe man den Kleinen in Obhut nimmt.

 

Nachhaltiger Igelschutz beginnt im eigenen Garten.

Nicht nur Igel, sondern auch andere Wildtiere freuen sich, wenn ein Teil des Gartens nicht aufgeräumt wird und der Kompost von Oktober bis März nicht umgeschichtet wird. Auch Reisig- und Laubhaufen, sowie Hecken und Gehölze bieten den Tieren Unterschlupf und Schutz vor Wind und Wetter. Laubsauger, Rasenmäher und andere Geräte sind mit Vorsicht einzusetzen – sie können die Tiere tödlich verletzen.

 

Neben den anfallenden Gartenarbeiten kann auch die Architektur von Garten und Haus Gefahren für den Igel bergen. Ein paar kleine Hilfestellungen können hier viel bewirken:  Kellerfenster und Lüftungsschächte sollten vergittert sein, eventuell vorkommende Stufen können für Igel passierbar gemacht werden, indem mit Ziegelsteinen Zwischenstufen gebaut werden und ein Brett im Teich gewährleistet einen sicheren Ausstieg aus dem Wasser.

 

Pflegestationen helfen

Jeder, der in Absprache mit dem Tierarzt einen verletzten oder schwachen Igel in seine Obhut nimmt, muss wissen, dass die Aufzucht und Pflege von jungen Igeln viel Sachverstand erfordert und zeitraubend ist. Deshalb rät VIER PFOTEN, die Tiere besser in die fachlichen Hände einer Igelpflegestation zu geben.

 

 

Ausführliche Informationen sowie Tipps, was bei der Pflege eines Igels zu beachten ist, finden Sie in unserem Igel-Ratgeber. (PDF, 372 KB)



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