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Jagd in Deutschland

2012-09-03

Das deutsche Jagdgesetz stammt aus dem Jahr 1934.
© photocase / cydonna

VIER PFOTEN wendet sich gegen die Hobby- und Trophäenjagd. Das deutsche Jagdgesetz, das im Juli 1934 vom damaligen Reichstag verabschiedet und 1952 fast ohne Änderung in das Bundesjagdgesetz übernommen wurde, ist überholt. Es entspricht weder dem Stand der Forschung noch der aktuellen Rechtssituation.

Der alte Begriff der „Waidgerechtigkeit“ ist nicht mehr mit dem ethischen Tierschutz unserer Tage vereinbar, der seit 2002 im Grundgesetz festgeschrieben ist. Zahlreiche Jagdpraktiken, die das geltende Bundesjagd-Gesetz erlaubt, stehen inhaltlich im Widerspruch zum Tier- und Naturschutzgesetz: Individuen gefährdeter Arten werden getötet; Tiere auf andere gehetzt oder Wirbeltiere ohne Betäubung getötet. Immer noch ist die Fallenjagd erlaubt, im Rahmen derer Tieren erhebliche und lang andauernde Leiden zugefügt werden.

 

Grundstücke von der Jagd befreien

Seit 2014 haben Grundstückbesitzer das Recht ihre Wiesen, Wälder und Felder von der Jagd befreien zu lassen und so einen Schutzraum für Tiere zu schaffen.

 

 

VIER PFOTEN kritisiert:

Zu viele Freiheiten für Jäger

Jäger kontrollieren sich weitgehend selbst und stehen nur sehr eingeschränkt unter einer externen Rechts- und Fachaufsicht. Einige Jäger schießen ohne die erforderliche Schießfertigkeit und Artenkenntnis oder Kenntnisse über die ökologischen Zusammenhänge.

 

 

Gängige Jagdmethoden nicht haltbar

 Die aktuelle Regelung der Jagd hält einer kritischen Hinterfragung nicht stand. Mit den vom geltenden Gesetz erlaubten Methoden werden Tiere gequält und auch Menschen gefährdet.

 

 

Jäger mangelhaft ausgebildet

 Jäger verweisen häufig auf ihr „Grünes Abitur“, die zentral geregelte Prüfung, die von den Jagdbehörden abgenommen wird. Doch im Standardlehrbuch zur Jägerprüfung werden neuere Erkenntnisse aus Tier-, Naturschutz und Ökologie kaum berücksichtigt. Deshalb wissen einige Jäger nur wenig über ökologische Zusammenhänge und Tierarten. Die einmalige Schießprüfung der Jäger berechtigt zum Gebrauch einer Waffe – bis ins hohe Alter. Von eine fundierten Ausbildung kann also keine Rede sein.

 

 

Bleihaltige Munition - klein, rund, giftig

 Bleihaltige Munition belastet Böden und Gewässer und gefährdet die Gesundheit von Wildtieren und Menschen. Blei ist in Schrotmunition aber auch in Einzelgeschossen enthalten. Zirka 1.500 bis 9.000 Tonnen des hochgiftigen Stoffes gelangen jährlich in unsere Landschaft. Tiere, die durch streuende Schrotkugeln angeschossen werden oder sie bei der Nahrungsaufnahme verschlucken (z. B. Enten beim Gründeln), sterben qualvoll an Vergiftung. Nach wissenschaftlichen Schätzungen sterben in intensiv bejagten Gebieten zirka 25 Prozent der Wasservögel an Bleivergiftung. Auch Schrotmunition ohne Blei ist problematisch, da streuende Kugeln zahlreiche Tiere verletzen.

 

 

Fallenjagd - qualvoller Tod

 Der Einsatz von Fallen nimmt erhebliches und lang anhaltendes Leiden von Tieren billigend in Kauf.

Totschlagfallen sollen die Tiere durch Zerquetschen von Genick oder Wirbelsäule möglichst sofort töten. Geraten zu große oder zu kleine Tiere in die Falle oder Tiere anderer Arten, werden diese z. T. nur verletzt und erleiden häufig über Stunden Schmerzen und Todesangst.

 

Lebendfallen dagegen fangen die Tiere unversehrt. Bis der Jäger viele Stunden später zur Kontrolle der Fallen eintrifft, sind die Tiere jedoch starkem Stress ausgesetzt und können etwa durch Herzschlag sterben.

 

 

Grausame Ausbildung am lebenden Tier

 Grundsätzlich ist der Einsatz gut ausgebildeter Jagdhunde aus Gründen des Tierschutzes z.B. bei der Verfolgung von angeschossenem Wild zwingend erforderlich und gesetzlich in § 22 BJagdG vorgeschrieben. Dies rechtfertigt aber nicht die übliche Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren.

Der Einsatz lebender Tiere bei der Ausbildung zum Apportieren und zur Baujagd verstößt nach Meinung ausgewiesener Rechtsexperten gegen geltendes Tierschutzrecht. Mehrere Gerichtsentscheidungen bestätigen, dass es sich bei der Ausbildung von Jagdhunden an der lebenden Ente um eine besonders grausame Tierquälerei handelt (z. B. Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Beschluss vom 6.11.1996, Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 17.3.1998). Mehrere Bundesländer setzen bereits auf alternative Ausbildungsmethoden und haben die Ausbildung an lebenden Enten verboten.

 

 

Katzen erschießen erlaubt

 Gemäß BJagdG ist das Töten von "wildernden Hunden und Katzen" ausdrücklich erlaubt. Nach Schätzungen werden in Deutschland rund 400.000 Katzen und 65.000 Hunde im Jahr von Jägern erschossen oder mit Fallen gefangen und anschließend getötet. Die meisten dieser Tiere befinden sich in räumlicher Nähe zu Siedlungen und sind somit vermutlich nicht auf Jagd, sondern durchstreifen ihr Revier.


Gerade bei Katzen stellt sich zudem die Frage, was eigentlich „wildern“ ist. Katzen verfolgen im Allgemeinen kein Wild im Sinne des Jagdrechtes. Ihre Beute besteht aus Kleintieren, wie z.B. Mäusen und kleineren Vögeln.


 

Weitere Informationen

 

Jagd und Artenschutz

 

Jagd und Nachhaltigkeit


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