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Modell für eine Kennzeichnung von Fleisch- und Milchprodukten


Eine Kennzeichnung von Milch- und Fleischprodukten muss klar verständlich und schnell erkennbar darstellen, aus welchem Haltungssystem das Tier stammt, dessen Milch oder Fleisch wir konsumieren. Nur so kann der Verbraucher selbst entscheiden, welche Form der Tierhaltung er mit seinem Kauf unterstützt. Möglich ist dies mit einer bereits etablierten Einstufung in vier Kategorien von 0-3, nach Vorbild der Eier-Kennzeichnung.

 

Bei Fleisch-und Milchprodukten kann so der Verbraucher unter vier Kategorien wählen. Die Kriterien sollen sich zum großen Teil an den im Bericht der Länder-Arbeitsgruppe „Kennzeichnung der Haltungsform bei frischem Fleisch“[1] vorgeschlagenen Kriterien orientieren. Für Rinder und Schweine bietet sich demnach für die Klassifizierung 1 und 2 eine Orientierung an bestehenden Förderkriterien[2] sowie bei Geflügel an den EU-Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch (Verordnung (EG) Nr. 543/2008) an oder kann auch darüber hinaus gehen.


0: Tierhaltung nach den Vorgaben für ökologische Erzeugung
1: Tierhaltung mit Auslauf im Freien/Grünauslauf
2: Tierhaltung mit deutlich mehr Platz und Einstreu
3: Tierhaltung nach gesetzlichem Mindeststandard


Zu 0. Ökologische Erzeugung:

Basis ist hier der Standard zur ökologischen Erzeugung nach EU-Bio-Verordnung.


Zu 1. Haltung mit Auslauf im Freien:

Für Schweine und Rinder ist hier ein betonierter Außenauslauf ebenso möglich wie ein Grünauslauf. Relevant für diese Kategorie ist der Zugang zu einem Außenbereich außerhalb des Stalles, welcher den Tieren Zugang zu Tageslicht, frischer Luft, einer unterschiedlichen Klimazone zum Stall, unterschiedlichen Witterungseinflüssen und getrennten Funktionsbereichen ermöglicht. Zusätzlich sollen tierartspezifische Anforderungen gestellt werden, wie freies Abferkeln der Sauen, tierartspezifische Mindestplatzvorgaben, Beschäftigungsmaterial, und vieles mehr.

 

Haltung mit Grünauslauf: Diese Kategorie bietet sich für Geflügel an, da hier betonierte Ausläufe eher unüblich sind und es nach EU-Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch bereits Vorgaben zu Haltungssystemen mit bestimmten Besatzdichten im Grünauslauf gibt, an denen sich die Kriterien orientieren können.


Zu 2. Haltung mit deutlich mehr Platz und Einstreu:

Dies gilt sowohl für Rind, Schwein als auch Geflügel. Deutlich mehr Platz bedeutet beim Schwein mindestens 50% mehr Platz als der gesetzliche Standard erlaubt. Darüber hinaus darf die Dauerfixierung bei Sauen hier nicht erlaubt sein.

 

Da es bei Rindern keine gesetzlichen Mindestplatzvorgaben gibt, sollen hierfür die Mindestplatzvorgaben der Richtlinien zur Förderung von Haltungsverfahren auf Stroh von NRW herangezogen werden.

 

Für Geflügel bietet sich die Vorgabe eines sogenannten Wintergartens und vergrößerten Platzangebots nach EU-Vermarktungsnormen an. Die Vorgabe für Einstreu muss so gestaltet werden, dass sie Rindern und Schweinen ein bequemes, weiches Liegen ermöglicht sowie Geflügel ausreichend Beschäftigung und Scharrmaterial bietet.


Zu 3. Tierhaltung nach gesetzlichem Mindeststandard:

Hierzu zählen alle Mindeststandards der gesetzlich erlaubten Tierhaltungsverfahren, unter anderem auch Vollspaltenbuchten bei Mastschweinen und Mastrindern, Kastenstandhaltung bei Sauen, Anbindehaltung von Rindern und anderes.



[1] Bericht der Länder-Arbeitsgruppe "Kennzeichnung der Haltungsform bei frischem Fleisch" (beteiligt: BW, BY, NI, RP, ST, TH) zur Herbst-Agrarministerkonferenz 2015 in Fulda

[2] Richtlinien zur Förderung von Haltungsverfahren auf Stroh RdErl. des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW – II A 4-62.71.10 v. 27.3.2015“ hier einsehbar.


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