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Ferkelkastration

2017-07-06

In der Schweinehaltung werden Ferkel in den ersten Lebenstagen in der Regel ohne Betäubung kastriert. Dies ist äußerst schmerzhaft für die Tiere. Begründet wird die Kastration damit, dass unangenehmer Ebergeruch im Fleisch verhindert werden soll. Ebergeruch tritt jedoch äußerst selten und nur beim Erhitzen des Fleisches auf. Geruchsbelastetes Fleisch kann bereits am Schlachthof aussortiert und kalt verarbeitet werden, z.B. als Wurst.


So werden Ferkel im Alter von wenigen Tagen ohne Betäubung kastriert.
© VIER PFOTEN

Tierquälerei für billiges Fleisch

Der Grund, warum bei Schweinen keine Betäubungspflicht für eine chirurgische Kastration besteht, wohl aber bei Hunden und Katzen, besteht allein in den anfallenden Kosten, die durch eine Betäubung entstehen. Kastrationen ohne Betäubung dürfen vom Landwirt selbst durchgeführt werden, wogegen eine Betäubung nur von einem Tierarzt verabreicht werden darf. Die eingesparten Tierarztkosten durch das Weglassen einer Betäubung machen die Produktion von billigem Schweinefleisch noch effizienter – auf Kosten der Tiere.


Verbot ab 2019 doch genaue Vorgaben fehlen

Ab dem 01.01.2019 soll die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten werden. Es wird jedoch über dieses Verbot hinaus voraussichtlich keine konkreten Vorgaben geben, welche Betäubungsmethoden erlaubt werden und welche nicht. Dies ist jedoch wichtig, denn einige Betäubungsmethoden haben bspw. eine zu geringe Betäubungswirkung oder sind in der Anwendung mit großem Stress für die Tiere verbunden.


Alternativen ohne Kastration

Es gibt auch Möglichkeiten, auf die chirurgische Kastration beim Schwein ganz zu verzichten. So z.B. bei der sogenannten Ebermast (oder Jungebermast), bei der die Tiere unkastriert heranwachsen oder die sogenannte Immunokastration, eine Art Impfung gegen Ebergeruch. Hier ist kein chirurgischer Eingriff nötig, das Hodenwachstum wird durch ein Mittel (Improvac) verhindert, das vom Landwirt gespritzt werden darf.


VIER PFOTEN fordert:

  • ein Verbot der Betäubungslosen Ferkelkastration (auch in anderen Ländern als Deutschland)
  • Definition erlaubter Alternativen zur Kastration
  • Definition erlaubter Betäubungsmethoden bei chirurgischer Kastration

VIER PFOTEN akzeptiert folgende Alternativen:


VIER PFOTEN lehnt folgende Betäubungsmethoden ab:


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