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Haltungsformen


Legehennen

 

 

3 = Käfighaltung

 

2 = Bodenhaltung

 

1 = Freilandhaltung

 

0 = Bio

 

 


Käfighaltung und Kleingruppenhaltung


In den herkömmlichen Legebatterien leben die Hühner in winzigen Käfigen. Einem Huhn steht eine Fläche von 550 cm² zur Verfügung - weniger als ein A4-Blatt. Vier bis fünf Hennen leben in einem Käfig. Diese Käfige stehen in Doppelreihen und bis zu acht Etagen übereinander.

Zusammengedrängt leben sie auf Drahtgitterboden, ohne Tageslicht. Sie können weder scharren, flattern noch sandbaden. Synthetische Vitamine, Medikamente und Farbstoffe werden dem Futter zugesetzt, die täglichen Tierverluste sind hoch.

 

Diese konventionellen Käfige sind seit 2012 in der EU verboten werden, nun sind nur noch so genannte „ausgestaltete Käfige“ erlaubt. Hier hat jedes Huhn 750 cm² Platz. In dem Käfig gibt es „Legenester“, „Sitzstangen“ und eine „Scharrfläche“, die jedoch ihren Namen keine Ehre machen und nicht annähernd den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.


In Deutschland und den Niederlanden geht man mit der so genannten „Kleingruppenhaltung“ noch minimal über die Anforderungen des ausgestalteten Käfigs hinaus. Diese Bezeichnung ist für den Konsumenten irreführend, weil sie das Bild einer gemütlichen Behausung vermittelt. Jede Henne hat auch hier nur 800 cm² Platz (das ist etwa ein Bierdeckel mehr als zuvor) – bis zu 60 Hühner werden in einem Käfig gehalten.

Hinter all diesen Haltungsformen verbergen sich Käfige, in denen Hühner nicht artgerecht leben können! Bezeichnungen wie „Eier aus Kleingruppenhaltung“ klingen romantisch – sind es aber nicht!

 

Die Kleingruppenhaltung soll in Deutschland 2025 beendet werden. Die Käfighaltung ist somit ein Auslaufmodell.

 

Achten Sie auf die erste Ziffer auf dem Ei-Stempel: 3 steht für Käfig!


 

Bodenhaltung


Bei der Bodenhaltung leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Sind Sitzstangen und Legenester in mehreren Etagen angebracht (Volierenhaltung), können es sogar 18 Hennen pro Quadratmeter sein.

 

Bis zu 6.000 Hennen drängen sich in einem solchen Stall. Das überfordert die Tiere bei der Bildung von Hierarchien und Hackordnung – so kommt es zu Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist eine häufige Todesursache für Hühner in der Bodenhaltung.

 

Wie in der Käfighaltung mangelt es den Hennen auch in der Bodenhaltung häufig an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren, Kratzen und Picken können in einer solchen Haltung nur bedingt ausgeübt werden, zumal die Tiere hier weniger Platz haben als in der Freilandhaltung. Das regelmäßige Einbringen frischer Einstreu und ähnlicher Beschäftigungsmaterialien ist hier besonders wichtig.

 

Ei-Stempel:  2 steht für Bodenhaltung


Freilandhaltung


Bei der Freilandhaltung steht den Hühnern tagsüber ein Auslauf von mindestens vier Quadratmetern pro Tier zur Verfügung. Die Bedingungen im Stall entsprechen denen der Bodenhaltung. Es stehen Sitzstangen, Legenester und eingestreute Scharräume zur Verfügung. Bei dieser Haltungsform können die Grundbedürfnisse der Hennen wesentlich besser umgesetzt werden als im Käfig.

 

Aber auch in großen Freilandhaltungen kann es zu Problemen kommen, z.B. zu einer Übernutzung des stallnahen Auslaufbereiches und der Grünfläche. In Pfützen und schlammigen Bereichen können sich Parasiten anreichern, welche die Gesundheit der Legehennen beeinträchtigen. Um dies zu verhindern, ist es notwendig, den stallnahen Boden regelmäßig abzutragen und auszutauschen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihn trocken und hygienisch sauber zu halten, z.B. durch Aufschütten von grob strukturiertem, wasserdurchlässigem Material.

Ebenso kann es passieren, dass die Tiere durch einen mangelhaft strukturierten Weide-Auslauf diesen nicht vollständig nutzen. Durch Unterschlupfmöglichkeiten, Sträucher und stallnahe Weiden wird den Hennen das Hinausgehen erleichtert, da sie sich geschützt fühlen und bei Gefahr (z.B. durch Greifvögel) sofort Unterschlupf finden. Ein regelmäßiger Wechsel der Weiden ist außerdem notwendig, um die Grasnarbe zu erhalten. Leider werden diese Anforderungen an das Management häufig nicht bedacht, und es wird behauptet, die Tiere wollten gar nicht ins Freie.

 

Ei-Stempel: 1 steht für Freilandhaltung


 

Biohaltung


Bio-Freilandhaltung in Österreich.
© VIER PFOTEN

Bei der Biohaltung hat jedes Huhn mindestens vier Quadratmeter Auslauf. Im Stall dürfen maximal sechs Tiere pro Quadratmeter gehalten werden. Mindestens ein Drittel der Stallfläche ist ein eingestreuter Scharraum, Legenester und Sitzstangen stehen zur Verfügung. In einem Stall dürfen maximal 3.000 Hennen untergebracht sein. Prophylaktischer Medikamenteneinsatz ist verboten.

Das größte Plus gegenüber allen anderen Haltungsformen ist hier die biologische Wirtschaftsweise der Betriebe. Das heißt zum Beispiel, dass die Tierhaltung flächengebunden ist: Es werden nur so viele Tiere gehalten wie von der Fläche ernährt werden können und demzufolge wird nur so viel Kot erzeugt wie der Boden an Nährstoffen aufnehmen kann. Das Futter wird ohne Pestizide, chemisch-synthetische Dünger und Gentechnik hergestellt.

 

Ei-Stempel: 0 steht für Bio


 

 

Informationen zu Problemen in der Haltung finden Sie hier.


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