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Stopfleber

2015-10-30

Eine Delikatesse: Foie Gras – Stopfleber – um genau zu sein. Wofür Gourmets viel Geld zahlen, steht für Tierquälerei deluxe. Denn für das Luxus-Produkt werden Enten und Gänse absichtlich krank gemacht. Bis zu dreimal täglich wird ihnen ein Metallrohr in die Speiseröhre gerammt.

 



© VIER PFOTEN

Was folgt ist ein Gemisch aus gekochtem Mais und Fett, das die Tiere auf Dauer erkranken lässt. Die Leber kann die großen Mengen an Fett nicht mehr verarbeiten und wächst. Bist zu 10 Mal größer wird sie am Ende sein. Drei lange Wochen dauert die Zwangsernährung von Enten und Gänsen, bis die Leber groß und fett genug ist, um als Foie Gras den Weg in ein Gourmet-Restaurant zu finden. Mechanische Fütterung erlaubt Zwangsernährung am Fließband.



© VIER PFOTEN | R & D

Nur zwei bis drei Sekunden lang dauert die quälerische Fütterung. Durch mechanisierte Systeme können so bis zu 400 Tiere pro Stunde zwangsernährt und sukzessive krank gemacht werden. Enten wird der fettige Futterbrei zweimal täglich für zwölf bis 15 Tage verabreicht. Rund eine Woche länger, also bis zu 21 Tage dauert die Qual für Gänse, die sogar dreimal pro Tag das kalte Metallrohr in ihren Schlund gesteckt bekommen. Dabei wird die Futtermenge von Mal zu Mal vergrößert.


Der Fettanteil der Leber beträgt am Ende über 50%. Schwerwiegende gesundheitliche Probleme sind die Folge: Die meisten Enten und Gänse können auf Grund ihrer enormen Körpermasse kaum noch gehen und verbringen die meiste Zeit sitzend. Die brutale Weise der Zwangsernährung mittels Metallrohr führt außerdem zu schwerwiegenden Verletzungen der Speiseröhre. Das zeigt sich besonders dann, wenn die Tiere nach Verabreichung ihres Futtergemischs hechelnd zurückgelassen werden.



Bei Enten und Gänsen handelt es sich um Wasservögel. Ihre natürlichen Instinkten verlangen danach, ihre Umgebung zu erkunden, sich im Wasser fortzubewegen und zu putzen. All das ist in den dunklen Ställen nicht möglich. In vielen Fällen werden die Tiere nach der Zwangsernährung sogar in kleine Käfige gesetzt, damit sie sich ja nicht zu viel bewegen können. Es ist kaum verwunderlich, dass zehn- bis zwanzigmal so viele Tiere in der Zwangsernährung sterben, als in der herkömmlichen Haltung. Die Sterblichkeitsrate liegt bei zwei bis vier Prozent; in der Haltung ohne Zwangsfütterung liegt sie bei 0,2 Prozent. 

 

Es ist eine unglaubliche Qual, die die Tiere in den letzten Wochen ihres viel zu kurzen Lebens erleiden müssen. Wir müssen endlich etwas dagegen tun und gemeinsam ein europaweites Verbot für Stopfleber und seine Produktion fordern!


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