VIER PFOTEN App nun für Iphone/Ipad und Android erhältlich


VIER PFOTEN App Download für
AndroidAndroid

IphoneIphone

Eingriffe bei Schweinen

2016-06-27

© VIER PFOTEN

Schwanzkupieren

  • Zweck: verhindert das Schwanzbeißen. Schwanzbeißen ist eine Verhaltensstörung bei Schweinen, die ursächlich mit der Haltung der Tiere zusammenhängt.
  • Mit einem heißen elektrischen Eisen (einem sogenannten elektrischen Schwanzkupierer) wird ein Stück des innervierten Schwanzendes abgeschnitten bzw. abgebrannt.

Kastration bei männlichen Tieren ohne Betäubung

  • Zweck: verhindert den sogenannten „Ebergeruch“.
  • Mit einem Skalpell wird die Haut aufgeschnitten, die Hoden werden herausgedrückt und abgeschnitten.

Zähneschleifen/Klippen

  • Zweck: Ferkel sollen das Gesäuge der Sauen und sich gegenseitig nicht verletzen.
  • Die Eckzähne werden mit einer Zange abgekniffen.

Ohrmarken einziehen

  • Zweck: Identifikation
  • Die Ohren werden durchstochen, um Identifikationsmarken anzubringen.
  • Es gibt auch andere Methoden, die zur Identifikation dienen (z.B. Kerben in die Ohren machen).

Nasenkrampen

  • Zweck: verhindert das Wühlen in der Freilandhaltung.
  • Mit einer Zange wird die aus Metall bestehende Nasenkrampe in das obere  Drittel der Rüsselscheibe des Schweins eingezogen (die Rüsselscheibe hat 5.000 Mal mehr Nervenenden als die Fingerkuppe eines Menschen).  

 

Warum werden viele Eingriffe eigentlich ohne Betäubung gemacht?

In den meisten Ländern sind die genannten Eingriffe ohne Betäubung bis zu einem bestimmten Alter der Tiere erlaubt. Früher ging man davon aus, dass junge Tiere nicht dasselbe Schmerzempfinden haben wie Ausgewachsene. Dies ist jedoch längst widerlegt. Der Hauptgrund ist, Geld einzusparen, denn eine fachgerechte Betäubung muss in der Regel von einem Tierarzt durchgeführt werden. Dieses Geld wird durch die bestehenden gesetzlichen Ausnahmeregelungen für Nutztiere auf den Betrieben eingespart. Undenkbar hingegen wäre es, würde man die Kastration eines männlichen Hundes oder eines Katers ohne Betäubung erlauben. 

 

Bei Nutztieren geht es leider vorrangig um den ökonomischen Nutzen – selbst bei extrem schmerzhaften Prozeduren wird keine Rücksicht genommen. Gesetzgeber lassen sich hier leider sehr häufig von der Wirtschaftsseite leiten. Aber auch die Gesellschaft und die Konsumenten müssen bereit sein, für Tierwohl mehr Geld auszugeben.



drucken