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Heißhunger: Alarmsignal bei Heimvögeln


In der Regel gilt ausgeprägter Appetit als Zeichen guter Gesundheit. Bei der gefährlichen Macrorhabdus-Infektion hingegen ist Heißhunger ein wichtiges Symptom. Hinzu kommen Abmagerung, Durchfall sowie Blut und unverdaute Körnern im Kot.


Tierärzte diagnostizieren diese gefährliche Erkrankung insbesondere bei Wellen- und Nymphensittichen, aber auch bei Prachtfinken und Kanarienvögeln. Die Vögel   fressen anfänglich deutlich mehr und häufiger als es bei ihrem ohnehin schnellen Stoffwechsel normal ist. Trotz der gesteigerten Futteraufnahme magern sie ab und verhungern letztlich. Erkrankte Tiere sollten deshalb möglichst schnell einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden.

Erreger der Macrorhabdus-Infektion ist der Hefepilz Macrorhabdus ornithogaster. Erkrankte Tiere leiden unter Schleimhautschäden, die sich auf den gesamten Magen-Darm-Trakt sowie den Kropf erstrecken können. Die Folgen sind massive Verdauungsstörungen.

Herkunft und Übertragungswege der  Macrorhabdus-Infektion sind noch weitgehend unerforscht. Die Infizierung kann durch gegenseitiges Füttern oder Kotfressen erfolgen. Bei Züchtern ist die Krankheit als „Going-light“-Syndrom („leichter werden“) gefürchtet, vielen Vogelhaltern hingegen ist sie unbekannt. Die Diagnose wird in erster Linie über die mikroskopische Untersuchung einer Kotprobe gestellt. Jedoch lässt sich der Erreger nicht immer nachweisen.

Die üblichen Medikamente gegen Hefepilze sind in der Regel wirkungslos. Einzig der Wirkstoff Amphotericin B scheint einen gewissen Erfolg zu erzielen. Doch leider gibt es keine Garantie für eine Heilung. Die Verabreichung erfolgt oral. Da die Eingabe durch einen Laien sehr risikoreich ist, sollten die Tiere stationär behandelt werden.

Allerdings ist die Therapierung dieser Krankheit bisher wenig erforscht und unter Experten umstritten. Selbst bei erfolgreicher Therapie und abklingenden Symptomen bleibt häufig eine Anfälligkeit des Magen-Darm-Trakts bestehen.


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