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Luxemburg: Welpenhändler schwänzt erneut Gerichtstermin

2014-06-24

VIER PFOTEN begrüßt Androhung von Haftstrafe durch den Richter

In Luxemburg wurde der Prozess gegen einen illegalen Welpenhändler fortgesetzt. Erneut ohne den Angeklagten, denn er bleibt weiterhin abwesend.


Luxemburg, 24.06.2014: Birgitt Thiesmann (l.) von VIER PFOTEN im Gerichtsgebäude.
© VIER PFOTEN

Nachdem der Händler zum ersten Verhandlungstermin am 10. Oktober 2013 nicht erschien, wurde der Prozess zunächst vertagt. Da der Angeklagte nun erneut nicht zum Gerichtstermin erschienen ist, hat der Richter die mögliche Strafe für den Welpenhändler erhöht: Nun geht es nicht mehr um eine reine Geldstrafe, sondern es stehen neun Monate Haftstrafe auf Bewährung im Raum. Der nächste Gerichtstermin ist für den 15. Juli angesetzt, dann soll auch das Urteil fallen.

 

Birgitt Thiesmann von VIER PFOTEN war heute bei der Gerichtsverhandlung in Luxemburg vor Ort. Sie leitet die Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel.

 

         

„Der Richter hat mit der Straferhöhung deutlich gemacht, dass er diesen Fall nicht lapidar behandelt. Nur durch höhere Strafen können die illegalen Händler abgeschreckt werden. Es ist zwar schade, dass der Händler nach wie vor nicht wegen Tierquälerei angeklagt ist, sondern „nur“ wegen einer fehlenden Handelsermächtigung. Doch wenn Händler jetzt häufiger zu Freiheitsstrafen anstelle von Geldbußen verurteilt werden, wird zumindest ein klares Signal gesetzt, dass der illegale Welpenhandel kein Kavaliersdelikt ist.“

  Birgitt Thiesmann, VIER PFOTEN

 

 

 

Jahrelang schmuggelte der Angeklagte kranke und viel zu junge Hunde


VIER PFOTEN protestiert in Luxemburg gegen illegalen Welpenhandel.
© VIER PFOTEN / Matthias Schickhofer

2008 war dem Welpenhändler die Handelsermächtigung entzogen worden, doch er machte einfach weiter. Jahrelang schmuggelte er kranke und viel zu junge Hunde von Tschechien aus nach Luxemburg. Dort verkaufte er sie mit gefälschten Dokumenten.

 

Nachdem bei einer Kontrolle 2010 nichts auffälliges festgestellt wurde und auch nicht aufflog, dass er seinen Handel ohne gültige Erlaubnis betrieb, wurde er erst 2012 auf Drängen einer Journalistin überführt: Bei einer Kontrolle wurde er mit zwölf vernachlässigten Welpen im Auto vor seinem Haus erwischt. Doch auch da tat sich erst einmal nichts, denn der zuständige Amtsveterinär sah keinen Handlungsbedarf.

 

Erst als das dubiose Geschehen an die Presse gelangte, schaltete sich das Landwirtschaftsministerium ein und der Fal kam ins Rollen. Der Amtsveterinär wurde versetzt und die Gerichtsverhandlung für den 10. Oktober 2013 anberaumt. Die Anklage lautete auf Tierquälerei und illegale Einfuhr von Welpen ohne gültige Handelserlaubnis, im Nachhinein kam jedoch heraus, dass das Gericht die Anklage wegen Tierquälerei fallen gelassen hatte.


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