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Warum wir manche Tiere essen und andere nicht

2017-10-02

© Fotolia | agnormark

Haben Sie sich je die Frage gestellt, warum wir einige Tiere essen und wir andere wie unsere besten Freunde oder Familienmitglieder behandeln?

 

Schätzungsweise werden jährlich 65 Millionen sogenannter Nutztiere für die Herstellung von Lebensmitteln getötet. Prognosen gehen davon aus, dass 2050 bis zu zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben – und somit auch der Konsum von tierischen Produkten weiter steigt. Viele Großstädter haben kaum noch Kontakt zu Hühnern, Kühen oder Schweinen. Aber auch auf dem Land sind die industriellen Tierfabriken so abgeschottet, dass der Kontakt mit Nutztieren für die meisten Menschen immer weniger wird. Sie lernen keine Tiere mehr kennen, bauen keine Beziehung zu ihnen auf und haben beim Einkauf nicht das Gefühl, mit dem Leben von Nutztieren irgendetwas zu tun zu haben. Gerade verarbeitete Produkte wie Wurst, Würstchen oder Schnitzel sind so aus dem Kontext genommen, dass sie kaum jemanden an das lebendige Tier denken lassen.

 

Wir wissen schon lange, dass Tiere fühlende Wesen sind. Sogenannte Nutztiere können Gefahren erkennen, zeigen Ängste, fühlen Schmerz, Trauer, Freude, schließen Freundschaften – ganz wie unsere Haustiere. Aber warum essen wir sie dann?

 

Wenn wir Tiere essen, sind wir uns nicht immer im Klaren darüber ein Lebewesen zu essen, das mal gelebt hat, da wir es in diesem Moment als Produkt sehen. Psychologin und Autorin Dr. Melanie Joy hat sich mit der Fragestellung auseinandergesetzt, warum Menschen Fleisch essen und weshalb verschiedene Länder und Kulturen einige Tiere als essbar und andere als nicht-essbar ansehen. Von Millionen von Arten, die auf der Welt existieren, sind es nur wenige Tiere, die wir konsumieren. Jede Kultur definiert für sich selber, welche Tiere für den Konsum „akzeptabel“ sind und welche als ungenießbar oder abstoßend gelten. Um einige Beispiele zu nennen – Kühe werden in bestimmten Glaubenskulturen nicht gegessen, Hühner aber schon. Im westlichen Teil der Welt,  wäre es unvorstellbar Hunde zu essen, Schweine, Kühe und Hühner stehen hier aber auf der Speiseliste. Diese Beispiele verdeutlichen, dass das Essen von Tieren mit dem Glaubenssystem, in dem wir leben, zusammenhängt und das ein Grund ist, warum wir einige Tiere essen und andere nicht.

 

Fleisch, Milch und Eier zu produzieren, ohne dass damit ein gewisses Maß an Tierleid verbunden ist, ist in der heutigen globalen Massenproduktion kaum zu realisieren, denn die Nachfrage für tierische Produkte steigt kontinuierlich. Solange wir das innere Wesen eines sogenannten Nutztieres nicht sehen, sind wir nicht dafür empfänglich zu verstehen, was das Tier  hinter verschlossener Tür erleiden musste.

 

In unserer Gesellschaft ist das Essen von Tieren eine Norm, und die überwältigende Mehrheit tut es – ohne darüber nachzudenken, welche Auswirkungen das für die Tiere, das Klima oder unsere Gesundheit mit sich bringt.



© iStock | IvonneW

4300 Liter Wasser für 1KG Hühnchen

 

Die Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten ist eine starke Belastung für den Planeten, angefangen beim Pflanzenanbau und Wasserverbrauch für die Futtermittelproduktion, bis hin zum Transport der Tiere und weiteren Schritten, die notwendig sind, das fertige Produkt auf den Teller zu bringen. Im Durchschnitt werden 4300 Liter Wasser benötigt um 1kg Hühnerfleisch herzustellen, wovon bereits etwas weniger als die Hälfte für die Produktion von 1kg Getreide verwendet wird. In der EU allein ist der durchschnittliche Konsum von tierischen Proteinen pro Kopf zweimal höher als der weltweite Durchschnitt.

 

Die enorme Menge an Futtermitteln, die für die Fleischproduktion benötigt wird, ist einer der Hauptverursacher für Wald- und Regenwaldrodungen, Verlust von Lebensräumen und Aussterben von zahlreichen Arten.

 



© iStock | fcafotodigital

Was können wir tun?

 

Viele Tierschutzorganisationen, wie auch VIER PFOTEN, setzten sich für sogenannte Nutztiere, indem sie das Leben dieser Tiere in der Intensivtierhaltung verbessern wollen.

Aber auch Sie können was tun - für alle, die mehr über Schweine, Kühe, Hühner und co. lernen wollen, ihnen in die Augen blicken und natürliche Verhaltensweisen beobachten möchten, bieten sogenannte Lebenshöfe eine optimale Möglichkeit. Auf vielen Lebenshöfen können Sie Stunden mit den Tieren verbringen und so ihre Eigenarten und Charakteristiken kennenlernen. Sie werden sehen, wie viele ähnliche Charakterzüge und Fähigkeiten diese Tiere mit anderen Tieren und sogar mit uns Menschen gemein haben.  

 

Auch in unserem Alltag können wir uns stark für die Tiere machen, indem wir bewusste Kaufentscheidungen treffen und uns tierfreundlich ernähren. Beim Kauf von Lebensmitteln können wir auf eine tierfreundliche Landwirtschaft und Gütesiegeln mit höheren Tierschutzstandards achten, unseren Fleisch-, Eier-, und Milchkonsum reduzieren und letztendlich auf mehr pflanzliche Alternativen zurückgreifen, denn dies ist die tierfreundlichste Ernährungsweise. Je mehr wir verstehen, wie ähnlich sich Nutz– und Haustiere sind, desto eher können wir diese Erkenntnis verinnerlichen und uns bewusst für tierfreundliche Speisen entscheiden. 

 

Hier sehen sie unser Video zum Weltnutztiertags:



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