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Essbare Insekten– eine gute Alternative zu Fleisch?

2017-02-23

Die meisten Menschen sind bereits mit Sojaschnitzel, Seitanburger und Lupinenwurst vertraut. Was neuerdings in den Supermärkten zu finden ist, sind Snacks und Fast-Food-Produkte, die Insekten enthalten. Besonders in den Niederlanden und im Vereinigten Königreich gibt es eine große Auswahl an Produkten zu kaufen. Wir fragen uns: „Ist dies eine berechtigte Alternative zu pflanzen-basiertem Fleisch?“



© iStock | Micha_ Ludwiczak

Insekten zu essen ist nichts Neues

Insekten-Konsum von Menschen, Entomophagie genannt, ist schon immer eine weltweite Ernährungsform gewesen, speziell in vielen Entwicklungsländern und tropischen Ländern in Afrika, Asien und Südamerika. Obwohl in der westlichen Welt das Essen von Insekten mit einem Gefühl von Abscheu und Ablehnung einhergeht, ändert sich die Wahrnehmung in einigen Ländern langsam.

Es gibt Millionen von Insekten weltweit, davon werden ca. 1900 Arten vom Menschen verzehrt.

 

Die beliebtesten essbaren Arten sind Käfer, Raupen, Bienen, Wespen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Seidenraupen und Ameisen. Ihr Nährstoffgehalt unterscheidet sich nicht von dem von Hühnerfleisch, Rind- und Schweinefleisch oder Fisch. Abhängig von der Art sind Insekten reich an Aminosäuren, Vitaminen, Fettsäuren, Mineralstoffen und weiteren Mikronährstoffen (Spurenelementen) wie Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink. Abgesehen von diesen Vorteilen können beim Verzehr von Insekten Zoonosen (Tierkrankheiten, die auf den Menschen übergehen), allergische Reaktionen, ein Befall durch Parasiten und mikrobielle Gefährdungen wie Salmonellen oder Campylobacter auftreten oder übertragen werden. Dieses Risiko für die menschliche Gesundheit gilt es zu bedenken, wenn man Insekten verzehrt.


Die Zucht von Insekten

Die Tierhaltung und Zucht von Insekten hat im Vergleich zur konventionellen Nutztierhaltung (zum Beispiel von Schweinen und Rindern) Vorteile in ökologischer und finanzieller Sicht.  Insekten brauchen weniger Futter, da sie Kaltblütler sind. Sie können eine Wiederverwertungsaufgabe für landwirtschaftlichen Mist übernehmen, da sie auf biologischem Material oder biologischem Mist gezüchtet werden können. Im Allgemeinen produzieren Insekten deutlich weniger Treibhausgase und Ammoniak als Nutztiere, was einen positiven Effekt auf das Klima hat.


Insekten sind empfindsame Wesen

Obwohl die meisten Arten von Insekten noch recht unerforscht sind, gibt es genügend Hinweise auf kognitive Fähigkeiten bei Insekten. Sie haben soziale Kontakte, können Probleme lösen und verständigen sich untereinander. Ein gutes Beispiel sind Bienen. Sie haben die sogenannte Tanz-Sprache mit der sie den anderen Arbeitsbienen mitteilen können, wo Pollen und Nektar zu finden ist. Tatsächlich wissen wir wenig über Schmerz und Unwohlsein von Insekten. Wenn wir aber in Betracht ziehen, dass Sprache und Verständigungsweisen möglich sind, kann man davon ausgehen, dass Insekten Schmerzen fühlen. Daher müssen auch Insekten auf tierfreundliche Art gezüchtet werden, um das Tierwohl zu gewährleisten. Das schließt verschiedene Tötungsmethoden mit ein, in denen auf eine Minimierung des Leidens geachtet wird.

 


VIER PFOTENs Meinung dazu

Unabhängig von den Vorteilen hinsichtlich der Umwelt und des Nährwertes, sind Insekten Tiere und empfindsame Wesen. Aus Tierschutzsicht ist das Ersetzen eines Tieres durch ein anderes Tier nicht die richtige Lösung. Speziell in den reichen westlichen Ländern, wo Menschen eine große Bandbreite an Nahrungsmitteln zur Verfügung steht, könnte eine ausreichende Menge an Proteinen aus pflanzenbasierten Produkten konsumiert werden. Hier zählt die vegane Ernährungsweise als die tierfreundlichste Form der Ernährung.


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