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Nothilfe-Einsatz im Irak

2017-03-28

VIER PFOTEN hilft Zootieren im vom Krieg verwüsteten Zoo in Mossul

Im Montazah Al-Morour Zoo im Ostteil der irakischen Stadt Mossul hat ein VIER PFOTEN-Nothilfe-Team die letzten beiden verbliebenen Tiere, einen Bären und einen Löwen, mit Nahrung und der dringend notwendigen medizinischen Betreuung versorgt. In den letzten drei Monaten war der Zoo vom bewaffneten Konflikt zwischen den Kämpfern der Terrormiliz des Islamischen Staates und den irakischen Regierungstruppen stark betroffen und wurde fast vollständig zerstört; ein Großteil der Tiere, darunter eine Löwin, Affen und Hasen, wurden getötet oder verhungerten.


Die Mutter des Löwen ist erst vor kurzem gestorben, sie wurde gleich neben seinem Käfig begraben.
© VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist die erste Tierschutzorganisation, die eine Genehmigung für einen Hilfseinsatz erhalten hat

Am 21.02.2017 kam unser VIER PFOTEN-Team unter der Leitung von Tierarzt Dr. Amir Khalil in die vom Krieg verwüstete Stadt. Der Zoo ist in einem katastrophalen Zustand. Die beiden Tiere sind stark abgemagert und leiden durch Mangelernährung und fehlende medizinische Versorgung an zahlreichen Krankheiten. Der Bär hat eine Lungenentzündung, der Löwe starke Gelenkprobleme. Beide Tiere haben zudem extrem schlechte Zähne. Die Käfige waren mit Schutt und Trümmern vermüllt. Unser VIER PFOTEN-Team versorgte zunächst gemeinsam mit lokalen freiwilligen Helfern die Tiere mit Nahrung und Erster Hilfe. Danach reinigten sie, erstmals nach drei Monaten, die Käfige.


Schreckliche Tierschicksale

Fast 40 Tiere erlitten ein furchtbares Schicksal: Die Mutter des Löwen soll erst vor kurzem gestorben sein, sie wurde gleich neben seinem Käfig begraben. Eine Bombe tötete nicht nur zahlreiche Tiere, sondern brach auch viele Käfige auf. In Folge flüchteten tropische Vögel, Affen und Hasen. Einige Tiere, darunter auch drei Bärenjunge, wurden von Raubtieren gefressen oder verhungerten.


Die Tiere konnten zwar von uns mit Nahrung und auch medizinisch versorgt werden, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir das Gelände vor Einbruch der Dunkelheit verlassen.
© VIER PFOTEN

Gefährlicher Einsatz

Auch wenn sich die Kriegsfront mittlerweile verlagert hat, bleibt es in Mossul nach wie vor extrem gefährlich. Dr. Khalil: „Während unseres Hilfseinsatzes hörten wir ständig Raketenfeuer aus entlegeneren Gebieten der Stadt. Die Tiere konnten zwar von uns mit Nahrung und auch medizinisch versorgt werden, aber aus Sicherheitsgründen mussten wir das Gelände vor Einbruch der Dunkelheit verlassen. Das Risiko ist schlicht zu groß. Wir haben auch Flugblätter gefunden, die vor Terrorangriffen warnen.“


Nahrung und Medikamente für die nächsten vier Wochen

Durch unsere Nothilfe werden der Bär und der Löwe für die nächsten vier Wochen mit Nahrung und Medikamenten versorgt sein; die regelmäßige Verteilung werden lokale freiwillige Helfer übernehmen. „Der gesundheitliche Zustand der Tiere ist zwar alles andere als gut, aber sie sollten nun die nächsten Wochen überstehen. Und wir hoffen, dass sie sich auch langfristig erholen“, so Dr. Khalil abschließend.

 

Wir prüfen nun die Möglichkeiten für die zukünftige Versorgung der beiden Tiere und werden hier darüber berichten.

 

Bitte helfen Sie uns, damit wir auch weiterhin weltweit für Tiere in Not dasein können, wenn sie unsere Hilfe benötigen. Vielen Dank! 



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