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Wildpferde im Donaudelta


VIER PFOTEN hilft wild lebenden Pferden im rumänischen Donaudelta



 

Ein artenreiches Biosphärenreservat

 

Das rumänische Donaudelta wurde als einziges Flussdelta der Welt zur Gänze zum Biosphärenreservat erklärt und ist das zweitgrößte Feuchtbiotop Europas. Der Wald von Letea liegt im Nordosten des Donaudeltas. Dieses Gebiet umfasst 2.825 Hektar, viele seltene und besondere Pflanzenarten kommen nur in dieser einzigartigen Landschaft vor.

 

Das Donaudelta ist Weltkulturerbe und wurde 1990 in das UNESCO Biosphären Programm aufgenommen. Gegründet wurde es 1938 und ist somit das älteste Naturschutzgebiet Rumäniens.

 

 

Woher kommen die Pferde in Letea?

 

Historische Dokumente belegen, dass die Vorfahren der heutigen Pferdepopulation vor 300 bis 400 Jahren durch die Tataren in den Norden des Donaudeltas kamen und dort heimisch wurden. Nach dem Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Kolchosen im Jahr 1989 wurden weitere Tiere von der Bevölkerung im Gebiet freigelassen. Auch wurden Tiere von ihren Besitzern in das Flussdelta gebracht, um illegal dort zu grasen. Das Zusammenspiel dieser Umstände führte zu einem bemerkenswerten Ansteigen dieser von Huzulen geprägten Pferdepopulation.

 

Mit dem wachsenden Tierbestand stieg auch der Bedarf an Futter- und Weideland; die Pferde wanderten immer weiter in den streng geschützten Waldbereich des Biosphärenreservats hinein, wo sie auch Baumrinden und seltene, geschützte Pflanzen fraßen. Schätzungen zufolge lebten 2010 rund 1.500 Pferde in diesem Gebiet. Die Behörden und Umweltschützer sahen darin eine Gefahr für das Reservat und beschlossen, die Pferde zu töten.

 

 

Eine nachhaltige Lösung für alle

 

VIER PFOTEN reagierte sofort: Durch intensive Verhandlungen mit den zuständigen Personen und Behörden konnte das Töten der Tiere gestoppt werden. In Kooperation mit den Verantwortlichen wurde eine Vereinbarung und ein Aktionsplan für die Wildpferde erarbeitet:

 

  • Da nur eine gewisse Anzahl von Pferden von den bestehenden Ressourcen leben kann, wird die Geburtenrate mittels Verhütung* vermindert, um die Tiere langfristig vor Mangelernährung und Hunger zu bewahren.
  • Ein Tierärzteteam von VIER PFOTEN kümmert sich um kranke und alte Pferde.
  • Bei Futterknappheit bringt VIER PFOTEN Heu für die Tiere.
  • Das „Danube Delta National Institute for Research and Development“ (DDNIRD) erstellt eine mehrjährige Studie, um die nachhaltig positive Auswirkung der Geburtenkontrolle der Pferde auf die Flora und Fauna zu belegen. Da es sich hierbei um ein einzigartiges Projekt handelt, ist dies auch aus wissenschaftlicher Sicht gesehen interessant und sinnvoll.

 

 

Mit diesem Projekt zeigt VIER PFOTEN gemeinsam mit den zuständigen Behörden, dass diese wunderbaren wildlebenden Pferde einen Beitrag zur biologischen Vielfalt in dieser einzigartigen Naturlandschaft leisten, so wie sie es schon die letzten Jahrhunderten getan haben.



* Eine empfängnisverhütende, zwei bis drei Jahre wirksame Impfung, wird an so viele Stuten wie möglich verabreicht. Diese Impfung ist für ähnlich komplexe Situationen entwickelt worden, von Wildpferde-Spezialisten angesehen und im Vergleich zu einer normalen Kastrations-Operation eine harmlosere, günstigere und schnellere Methode. Die Kastration der Hengste ist in diesem Fall keine Alternative, da sie wesentlich aufwändiger und risikoreicher für das einzelne Tier wäre sowie teurer und zeitintensiver. Wenn nur ein einziger Hengst nicht gefangen und kastriert würde, könnte dieser Hengst allein in einer Saison bis zu 50 Stuten decken und so für viele Nachkommen sorgen. 



© VIER PFOTEN | Matthias Schickhofer

Die neuesten Zahlen und Fakten über unser Projekt in Letea: 

 

  • Zwischen Oktober 2016 und April 2017 wurden von VIER PFOTEN 85 Stuten geimpft.

 

  • VIER PFOTEN verteilte im Winter rund 30 Ballen an Alfalfa und behandelte mehrere Pferde mit eingewachsenen Ketten und Seilen, gefesselten Vorderbeinen und versorgte mehrere andere Tiere wie Kühe, Hunde und Katzen medizinisch.

 

  • VIER PFOTEN kastrierte im Herbst 2016 7 Hengste und 27 Hunde und Katzen der Einheimischen.

 

  • Im April 2017 wurde eine Tierzählung aus der Luft durchgeführt, die zeigte, dass die Population kleiner als 500 Pferde ist. Die Luftzählung 2016 machte 498 gezählte Pferde aus.

 

  • Zwei Tierärzte der norwegischen Hedmark Universität besuchten uns in Letea, um für das Anästhesieprotokoll zu betreiben.

 

  • VIER PFOTEN war im Zeitraum zwischen Oktober 2016 und April 2017 7 Mal in Letea vor Ort.


© VIER PFOTEN | Cristian Nistor

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