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Neues Hilfsprojekt für notleidende Orang-Utans auf Borneo

2017-07-27
Das kleine Orang-Utan Baby, noch namenlos.
© Jejak Pulang | VIER PFOTEN | Agustina DS

Viele Orang-Utan-Babys auf Borneo erleiden dasselbe schlimme Schicksal: Ihre Mütter werden von Menschen grausam getötet, sie selber werden gefangen genommen und schwer traumatisiert als Haustier verkauft. Ein verwaistes Orang-Utan-Baby hat Glück im Unglück: Mitarbeiter von VIER PFOTEN und der indonesischen Partnerorganisation Jejak Pulang haben vergangenes Wochenende ein von den indonesischen Behörden beschlagnahmtes verwaistes Orang-Utan-Baby in ihre Obhut genommen und in die neue VIER PFOTEN Orang-Utan-Waldschule, die gerade in Ostkalimantan (Borneo) gebaut wird, gebracht. 


Er ist noch etwas schüchtern, aber körperlich in gutem Zustand

Der acht Monate alte Orang-Utan-Junge lebte bis zu seiner Beschlagnahme als Kind-Ersatz bei einer Familie in einem Dorf in der Nähe von Sepuluh (Ostkalimantan). Laut den Angaben der Familie war er neben seiner toten Mutter in einer Palmölplantage aufgefunden worden. Er ist das erste Waisen-Baby, das in die Orang-Utan-Waldschule einziehen darf. Der Kleine wurde von einer VIER PFOTEN Tierärztin gründlich untersucht und wird nun von einem Team von Tierpflegerinnen liebevoll versorgt und aufgepäppelt.

 

Er ist bereits an Menschen gewöhnt. Doch die seelischen Verwundungen, die er in seinem kurzen Leben schon erleiden musste, drückt er deutlich aus: Solange man ihn im Arm hält, ist er durchaus bereit, Neues zu erkunden. Sobald er keinen Köperkontakt mehr spürt, umarmt er entweder sich selbst oder das Stofftier, das wir ihm gegeben haben.


Wir müssen jetzt beginnen, ihn wieder an ein Waldumfeld zu gewöhnen.
© Jejak Pulang | VIER PFOTEN | Agustina DS

Neues Orang-Utan Projekt wird von VIER PFOTEN und Jejak Pulang gemeinsam geführt

Im April 2017 unterzeichnete Jejak Pulang mit dem indonesischen Ministerium für Forstwirtschaft  ein Kooperationsabkommen, um ein neues von VIER PFOTEN finanziertes Orang-Utan-Rehabilitations- und Auswilderungsprojekt ins Leben zu rufen. Derzeit werden bereits drei ältere Orang-Utan-Waisenkinder in der Quarantänestation versorgt. Es umfasst die Rettung illegal gefangener Orang-Utans und die Rehabilitierung von Orang-Utan-Waisen mit dem Ziel einer Wiederauswilderung in einem sicheren Waldgebiet in Ostkalimantan. 


Der Kleine wird hier Tag und Nacht betreut.
© Jejak Pulang | VIER PFOTEN | Agustina DS

Das kleine Orang-Utan Baby ist der erste Bewohner der neuen Waldschule

Obwohl die neue Waldschule erst im Herbst offiziell eröffnet wird, darf das kleine Orang-Utan-Baby  jetzt schon in die Quarantänestation einziehen – ermöglicht wurde das durch die gute Zusammenarbeit mit den indonesischen Behörden. Während einer Quarantäne von vier Wochen wird das Orang-Utan-Baby zunächst mit seinen Ersatzmüttern in unserem Baby-Haus wohnen. Hier wird es Tag und Nacht betreut. Anschließend werden wir es mit den drei älteren Waisenkindern bekannt machen. Dann kann der Säugling – immer zusammen mit einer Ersatzmutter – auch schon stundenweise die Waldschule besuchen. Dort wird er alles lernen, was er braucht, um später selbständig in Freiheit zu leben. Wenn er in die Pubertät kommt, wird er zusammen mit seinen Pflegern in die Waldakademie umziehen, bevor er dann endgültig in die Wildnis entlassen wird.



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