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Tanzbären in Osteuropa

2012-08-20

In der EU ist die Haltung von Tanzbären verboten, doch in einigen Ländern Osteuropas hat sie leider bis heute Tradition, vor allem in Russland und seinen benachbarten Ländern.


Tanzbärenhaltung: Gehorsam durch Schmerz.
© VIER PFOTEN

Die meisten Tanzbären sind Wildfänge; sie stammen vor allem aus den Wäldern des Balkans und Russlands. Im Frühjahr ziehen Wilderer los und machen gezielt Jagd auf Bärenmütter mit Nachwuchs. Die Jungen sind noch ganz klein, höchstens drei bis vier Monate alt; ohne ihre Mutter sind sie völlig hilflos. Die Wilderer erschießen die Bärin und verkaufen die kleinen Waisen. Teilweise „arbeiten“ die Wilderer sogar auf Bestellung. Auch viele osteuropäische Restaurant- und Zirkusbären stammen aus solchen „Quellen“.

 

 

Grausame "Tanzstunden"

 

Unter grausamen Torturen werden die gefangenen Bärenjunge zu Tanzbären abgerichtet: Man treibt sie immer wieder auf glühende Metallplatten und spielt dabei eine bestimmte Melodie. Die kleinen Bären heben die Füße hoch, denn sie wollen dem Schmerz entgehen. Durch die ständige Wiederholung dieser Prozedur zusammen mit der Musik werden sie so konditioniert, dass sie beim Erklingen der Melodie anfangen zu “tanzen”.

 

 

Schmerzhafter Nasenring

 

Auch nach der "Ausbildung" geht das Leiden weiter: Um die Bären gefügig zu machen, werden ihnen Metallringe durch Nase und Lefze gezogen. An dem Ring ist ein Seil oder eine Kette befestigt. Jeder Zug an dem Ring bereitet den Tieren große Qualen, denn Nase und Lefze sind die empfindlichsten Stellen des Bären. So zwingt man die Tiere zum Gehorsam – sie folgen willig, um dem Schmerz zu entgehen. Zum Schutz des Bärenführers werden den Bären zusätzlich einmal im Jahr die Krallen geschnitten. Auch dies ist eine äußerst schmerzhafte Prozedur, die die Tiere ohne Narkose ertragen müssen.

 

Die Bärenführer gehören in der Regel zur Volksgruppe der Roma. Seit Generationen verdienen einige Familien so ihren Lebensunterhalt. Oft leben sie in Armut, und so sind die Haltungsbedingungen für die Tiere meist katastrophal.

 

 

EU-weites Verbot

 

In Bulgarien ist die Ausbildung von Bären zu Tanzbären seit 1998 offiziell verboten. Mit der Übernahme der letzten drei Tanzbären Bulgariens in den TANZBÄRENPARK Belitsa beendete VIER PFOTEN im Jahr 2007 dieses traurige Kapitel innerhalb der EU – ein Meilenstein des Erfolgs für unser Projekt.

In den Wäldern Bulgariens gibt es noch etwa tausend freilebende Braunbären. Zumindest innerhalb der EU-Grenzen sind sie vor einem Schicksal als Tanzbären sicher.


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