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Bulgarischer Zoo weigert sich, illegal gehaltene Bären auszuhändigen

2014-04-03

Die Geschwisterbären Standy und Boyka müssen weiterhin in ihrem engen Betonkäfig im bulgarischen Mini-Zoo Lesopark Lipinik ausharren. VIER PFOTEN setzt sich weiter für die Bären ein.


Ruse/Bulgarien, 2. April 2014: Braunbärin Boyka leidet unter der katastrophalen Haltung im Nikolovo Mini Zoo Lipnki in Ruse.
© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

Eine von VIER PFOTEN geplante, mit dem bulgarischen Umweltministerium abgestimmte Überführung zweier illegal gehaltener Bären in ein artgemäßes Gehege in Bulgarien ist im letzten Moment geplatzt. Doch wir geben nicht auf und werden weiter dafür kämpfen, eine tiergerechte Lösung für die Geschwisterbären Standy und Boyka zu finden.

 

 

Bären sind in schlechtem Zustand

 

Die beiden Bären werden illegal in einem engen, finsteren und feuchten Betonkäfig in einem Mini-Zoo im Lesopark Lipnik in der Nähe der Stadt Ruse (Nordbulgarien) gehalten. Sie stehen in ihrem eigenen Urin und haben daher chronisch entzündete Augen und Nasenschleimhäute, sind fehlernährt und zeigen aufgrund der Enge des Käfigs massive Verhaltensstörungen.

 

Der Zoo hat nach EU-Recht seit Jahren keine Lizenz mehr zur Haltung der Bären. Innerhalb einer Übergangsfrist hatte deshalb das Umweltministerium die Stadt Ruse mehrmals aufgefordert, die Haltungsbedingungen erheblich zu verbessern – jedoch ohne Erfolg. 

 

Aufgrund dessen hatte das Ministerium geplant, Standy und Boyka zu beschlagnahmen, und VIER PFOTEN darum gebeten, die Bären gleich nach der Konfiszierung zu übernehmen.

 

Da die Kapazitäten im VIER PFOTEN TANZBÄRENPARK Belitsa derzeit ausgeschöpft sind, ist VIER PFOTEN eine Kooperation mit dem Zoo Dobrich eingegangen, dem einzigen Zoo in Bulgarien, der über eine Bärenfreianlage verfügt, die unseren hohen Qualitätsstandards entspricht. Wir hatten mit dem Umweltministerium vereinbart, die beiden Bären am 2. April 2014 in den Zoo Dobrich zu überführen.

 

Ein Experten-Team war schon mit zwei Bärenambulanzen und der tierlieben deutschen Schauspielerin Katerina Jacob auf dem Weg nach Ruse, als es völlig überraschend darüber informiert wurde, dass aus unerfindlichen Gründen der Stadt Ruse vom Umweltministerium eine weitere Übergangsfrist von einem halben Jahr gewährt wurde, um eine größere und bessere Anlage zu bauen.

 

 

Derzeitige Haltung verstößt gegen EU-Richtlinie

 

Seit 2005 müssen alle Zoos in den EU-Mitgliedstaaten die grundlegenden Anforderungen der Europäischen Zoo-Richtlinie 1999/22/EC (RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos) erfüllen und eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um ihre Haltungsbedingungen zu verbessern.

 

Bulgarien wurde im Jahr 2007 EU-Mitglied, daraufhin mussten alle bulgarischen Zoos ihre Haltungsbedingungen an die Anforderungen der Zoo-Richtlinien anpassen, um eine Betriebserlaubnis zu erhalten. Der Zeitraum für die Verbesserungen wurde von der EU auf fünf Jahre festgelegt. 2013 lief die Frist ab. In Bulgarien leben jedoch nach wie vor etwa 40 Bären illegal in Zoos.

 

 

Schauspielerin Katerina Jacob engagiert sich für die Bären


Katerina Jacob vor dem Käfig von Boykan im Nikolovo Mini Zoo Lipnki in Ruse, Bulgarien.
© VIER PFOTEN / Mihai Vasile

Schauspielerin Katerina Jacob, die bei der Rettung der Bären tatkräftig mit anpacken wollte, bot während der Verhandlung der Stadt Ruse spontan an, den Bau eines neuen, schönen Geheges mit einer großzügigen Spende zu unterstützen - unter der Bedingung, dass die Bären während der Bauzeit in der Obhut von VIER PFOTEN sind. Dies lehnte der Bürgermeister rigoros ab. Die anwesende Bürgermeisterin von Nikolovo attackierte die Schauspielerin verbal, die daraufhin unter Protest die Versammlung verließ. Schon vor der Zusammenkunft hatte ein lokaler Journalist sich Zugang erschlichen und auf äußerst aggressive Weise Fragen gestellt.

 

          „Die Bären sind in so schlechtem Zustand, dass man sofort handeln müsste. Die Argumentation des Bürgermeisters von Ruse, die Kinder des Ortes würden weinen, wenn ihnen die Bären entzogen würden, ist an den Haaren herbeigezogen. Es treibt einem die Tränen in die Augen, diese armen Tiere in ihrem engen Käfig zu beobachten. Politische Aktionen werden auf dem Rücken der Bären ausgetragen. Alle Angebote unsererseits wurden abgelehnt, aber ich persönlich werde nicht aufhören, für die Rechte der Tiere zu kämpfen.“
  Katerina Jacob, Schauspielerin

 

 


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