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Chronik: Einsatz für Berliner Bären

2014-03-06

VIER PFOTEN engagiert sich seit Jahren für den Umzug der Berliner Bären in den BÄRENWALD Müritz. Eine Chronik der Ereignisse.


19. Februar 2013: Vor dem Berliner Bärenzwinger fordert VIER PFOTEN mit Schauspieler Andreas Hoppe den Umzug der Bären in den BÄRENWALD Müritz.
© VIER PFOTEN / Fred Dott

1981

18. Januar: Bärin Schnute wird im Tierpark Staßfurt (Sachsen-Anhalt) geboren.


Juli: Übersiedlung von Schnute in den Berliner Bärenzwinger.

 


1986

14. Januar: Geburt von Schnutes Tochter Maxi im Berliner Bärenzwinger.

 


2006

Juni: In Mecklenburg-Vorpommern eröffnet VIER PFOTEN den BÄRENWALD Müritz. Bären aus schlechter Haltung finden hier ein tiergerechtes Zuhause.

VIER PFOTEN verhandelt erstmals mit der Stadt Berlin, die Bären aus dem Berliner Zwinger zu übernehmen und in den BÄRENWALD Müritz zu bringen. Zu dieser Zeit leben dort drei Bären: Maxi, Schnute und Tilo.

 


2007

12. April: Bär Tilo stirbt in Berlin. Maxi und Schnute leben nun zu zweit im Zwinger.

 


2008

November: Die Grünen stellen eine Kleine Anfrage an den Berliner Senat über die „traurigen Haltungsbedingungen“ der Berliner Bären. Die Anfrage wird abgelehnt, der Bärenzwinger bleibt.

 


2009

29. Juli: Der Berliner Tierschutzbeauftragte Dr. Klaus Lüdcke schaltet sich in die Diskussion ein und fordert Ende der Bärenhaltung in Berlin.

31. Juli: VIER PFOTEN erneuert erstmals öffentlich das Angebot an die Stadt Berlin, Maxi und Schnute im BÄRENWALD Müritz aufzunehmen.

 


2010

Februar: VIER PFOTEN unterbreitet der Stadt Berlin ein schriftliches Angebot für die Übersiedlung von Maxi und Schnute im BÄRENWALD Müritz.

Juni: VIER PFOTEN bekräftigt das Angebot erneut.

 


2011

31. Januar: Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, setzt sich für die Umsiedlung der Berliner Bären in den BÄRENWALD Müritz ein. In einem Schreiben an die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz bittet er Senatorin Katrin Lompscher um Unterstützung des VIER PFOTEN Anliegens.


9. März: Das Bezirksamt Berlin Mitte antwortet dem Minister abweisend: Auf „Grundlage des noch geltenden Säugetiergutachtens“ sei die Haltung der Bären „tierschutzrechtlich nicht zu beanstanden“; man sehe „keinen Handlungsbedarf“. Das Säugetiergutachten bestimmt Minimalstandards der Wildtierhaltung in Deutschland. Diese Standards sind jedoch veraltet, völlig unzureichend und werden derzeit überarbeitet.

27. April: Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin Mitte (BVV) lehnt eine Überführung von Maxi und Schnute in den BÄRENWALD Müritz ab. Die Bären sollen im Berliner Zwinger bleiben.

9. Mai: Im Rahmen eines Gesprächs mit Carsten Hertwig (VIER PFOTEN), Dr. Klaus Lüdcke (Tierschutzbeauftragter der Stadt Berlin) und Dr. Blaszkiewitz (Zoo und Tierpark Berlin) macht Bezirksstadtrat Ephraim Gothe (SPD) deutlich, dass das Thema erst nach der Berlin-Wahl in einer Bezirksverordnetenversammlung diskutiert wird.

18. September: Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin. Das Regierungsbündnis von SPD und Die Linke wird abgelöst durch die Große Koalition von SPD und CDU.

 

 

2012

April: Im „Zustandsbericht zur Braunbärenhaltung in Deutschland“ gibt VIER PFOTEN einen umfassenden Einblick in die Haltungsbedingungen von Bären in deutschen Zoos und Tierparks. Der Berliner Bärenzwinger wird hier als eines der schlechtesten Beispiele für Bärenhaltung in Deutschland genannt.

 

Juni: Im Auftrag von VIER PFOTEN erstellt die Bären-Expertin und Biologin Annika Lürssen eine Verhaltensstudie über Maxi und Schnute. Sie prüft, ob der Berliner Bärenzwinger zeitgemäßen Standards entspricht. Ihr Fazit: Das Gehege sei „unter Berücksichtigung der heutigen Haltungsansprüche nicht mehr tragbar“, die Bären werden „zu wenig gefordert und gefördert“. Die Expertin empfiehlt, das Gehege umzugestalten und verweist auch auf die Möglichkeit, die Bären in eine andere Einrichtung zu überführen.

8. Oktober: VIER PFOTEN unterbreitet dem Bezirk Mitte erneut ein schriftliches Angebot zur Übernahme der Berliner Bären und lädt den neuen Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) für weitere Gespräche in den BÄRENWALD Müritz ein.


8. November: Eine Kleine Anfrage der Grünen offenbart: Der Erhalt des Zwingers kostet die Stadt Berlin jährlich rund 91.000 Euro. Die Kosten liegen damit höher als die bisher vom Senat angegebenen 60.000 Euro.


9. November: Brief von Bezirksstadtrat Carsten Spallek an VIER PFOTEN: „Auch wenn ich Ihre Kritik an den jetzigen Haltungsbedingungen nachvollziehen kann, werde ich bis zum Vorliegen eines neu erstellten Gutachtens [des Säugetiergutachtens] an der Bärenhaltung in dieser Form festhalten.“


12. November: VIER PFOTEN schreibt an alle Fraktionen in Berlin Mitte mit der Bitte, sich für die Überführung von Maxi und Schnute auszusprechen. VIER PFOTEN bietet an, für die gesamten Kosten der Überführung und Unterbringung aufzukommen und an einem Nachfolgekonzept für den Berliner Zwinger mitzuarbeiten. Die Grünen unterstützen das Vorhaben.


21. Dezember: Die BVV lehnt die Übersiedlung der Bären bis März 2013 ab. Andererseits sei aber die Finanzierung der Bären für das Jahr 2014 unwahrscheinlich. Weitere Übernahmeoptionen werden geprüft und sollen auf der Sitzung im Februar 2013 vorgestellt werden.

 

 

2013

19. Februar: Gemeinsam mit dem Schauspieler Andreas Hoppe, bekannt als Tatort-Kommissar Mario Kopper, demonstriert VIER PFOTEN vor dem Bärenzwinger für eine Überführung von Maxi und Schnute in den BÄRENWALD Müritz.


21. Februar: Die BVV bringt keine Entscheidung. Das Schicksal von Maxi und Schnute bleibt weiter unklar.

27. Februar: Maxi und Schnute sollen trainieren, ohne Stress in eine Transportbox ein- und auszusteigen. VIER PFOTEN hat viel Erfahrung mit Bärentransporten und bietet Unterstützung beim sogenannten „Käfig-Training“ an.

17. April: Eine Große Anfrage der Grünen soll klären, ob die Bären tatsächlich transportfähig sind. Die BVV beschließt, dass das Veterinäramt bis April ein entsprechendes Gutachten erstellen soll.

10. Juni: Experten des Bezirksveterinäramtes Berlin Mitte und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin begutachten Maxi und Schnute. Alle drei Gutachter kommen zu dem Schluss, dass die Bären aus gesundheitlichen Gründen nicht betäubt werden dürfen und dass der Zwinger für ein Käfig-Training von zwei Bären gleichzeitig baulich nicht geeignet ist. Ein Transport von beiden Bären kommt daher nicht in Frage. Die Gutachter empfehlen, die Haltungsbedingungen der Bären zu verbessern. Die Gutachter: Dr. Lindemann und Dr. Bathe-Peters vom Bezirksveterinäramt sowie Wildtierarzt Dr. Frank Göritz vom IZW Berlin, der bereits viele Bärentransporte von VIER PFOTEN betreut hat.

17. Juli: VIER PFOTEN fordert den tiergerechten Umbau des Berliner Bärenzwingers und beauftragt eine unabhängige Bären-Expertin damit, Umbaupläne für das Gehege zu entwickeln.


22. August: Maxi stirbt im Alter von 27 Jahren in Berlin.


2. September: Carsten Hertwig (VIER PFOTEN) trifft sich mit Bezirksstadtrat Carsten Spallek, um das weitere gemeinsame Vorgehen nach dem Tod von Maxi zu besprechen. In dem Gespräch macht Carsten Hertwig deutlich, dass im BÄRENWALD Müritz sofort ein Platz für Schnute frei wäre.


26. September: VIER PFOTEN finanziert erneut eine Begutachtung durch Dr. Frank Göritz vom IZW Berlin. Da Schnute nun allein lebt, ist der Platz für ein Käfigtraining vorhanden.


22. Oktober: Das Berliner Veterinäramt erklärt Schnute (unnarkotisiert)  für transportfähig und empfiehlt Übersiedlung in den BÄRENWALD Müritz. Vertreter des Veterinäramtes hatten das Bärenschutzzentrum zuvor besucht. VIER PFOTEN bietet erneut einen Platz für Schnute im BÄRENWALD Müritz an.


11. November: VIER PFOTEN erkundigt sich nach weiterer Vorgehensweise beim Bezirksamt Berlin Mitte.

14. November: Antwort des Bezirksamtes: Vor dem Frühjahr 2014 werde, wenn überhaupt, keine Entscheidung getroffen.

 

 

2014

13. Januar: VIER PFOTEN bittet das Bezirksamt Berlin Mitte erneut um ein persönliches Gespräch. Bezirksstadtrat Spallek antwortet, dass das Ende der Winterpause und der Zustand der Bärin bis dahin abzuwarten sei. Unser Schreiben wird auf Wiedervorlage für den 22. April gelegt, den Termin der nächsten BVV.

27. Januar: VIER PFOTEN bietet an, alle Kosten zu Übernehmen, die beim Transport und Bau des Transportkäfigs entstehen. Wir fordern Bezirksstadtrat Spallek auf, die BVV vorzuziehen und nicht bis April zu warten – keine Antwort.

19. Februar: Von den Grünen erfährt VIER PFOTEN schließlich, dass die BVV auf den 20. Februar vorgezogen wurde.

20. Februar: Die BVV lehnt die Überführung von Schnute in den BÄRENWALD Müritz erneut ab.

21. Februar: VIER PFOTEN ist entsetzt über die Entscheidung des Berliner Bezirksamts. Wir halten unser Angebot aufrecht: Für Schnute werden wir immer einen Platz im BÄRENWALD Müritz frei haben!
 

13. März: Nachdem der Berliner Bezirk Mitte den Umzug von Bärin Schnute in den BÄRENWALD Müritz abgelehnt hat, soll nun der Berliner Senat den Umbau des Bärenzwingers bezahlen. VIER PFOTEN bezweifelt, dass das Land Berlin die Kosten dafür tragen wird. Lesen Sie hier den Kommentar von VIER PFOTEN.

 

 

2015

11. Oktober: Schnute stirbt im Alter von 34 Jahren in Berlin.


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