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Hilfe für Albaniens Braunbären: VIER PFOTEN und Regierung besiegeln Kooperation

2016-03-31

© VIER PFOTEN | Hazir Reka

Absichtserklärung während Feier im BÄRENWALD Prishtina in Kosovo unterschrieben

Während die illegale Privathaltung von Bären im Kosovo bereits vor drei Jahren beendet werden konnte, leidet im Nachbarland Albanien noch immer eine große Zahl an Bären unter grausamen Bedingungen. Ihre Situation könnte sich bald bessern: Am vergangenen Wochenende unterschieben VIER PFOTEN Gründer Heli Dungler und Lefter Koka, Umweltminister von Albanien, eine Absichtserklärung. Gemeinsam wird man an einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Lösung für die vor allem für Profit- und Unterhaltungszwecke missbrauchten Braunbären arbeiten.

 

 „In Albanien fristen noch immer schätzungsweise bis zu 50 Bären ein Leben in Gefangenschaft“ sagt Heli Dungler, Gründer und Präsident von VIER PFOTEN. „Wir freuen uns, dass wir der albanischen Regierung nun unsere Unterstützung und langjährige Erfahrung anbieten können und hoffen, dass wir mit vereinten Kräften die Situation der Bären im Land verbessern. Unser langfristiges gemeinsames Ziel ist die vollständige Beendigung der grausamen Privathaltung von Bären, wie wir sie im Kosovo erreichen konnten.“



© VIER PFOTEN | Hazir Reka

Die tierquälerischen Praktiken sind jedoch nicht das einzige Problem

Fast alle privat gehaltenen Bären in Albanien wurden illegal in der Wildnis als Jungtiere eingefangen. Dadurch ist auch die wild lebende Population, die sich derzeit nur mehr auf rund 250 Tiere beläuft, stark gefährdet.

 

Der wild lebende Braunbär ist in Albanien bereits gesetzlich geschützt, doch werden Vergehen meist nicht oder nur mit sehr geringen Geldstrafen geahndet. Weiterhin gibt es keine offiziellen Angaben über die tatsächliche Zahl der Bären in Gefangenschaft, und es mangelt an artgemäßen Unterbringungsmöglichkeiten für Wildtiere aus schlechter Haltung.  In einem ersten Schritt soll daher der Strafvollzug verschärft, ein Registrierungssystem für Braunbären in Gefangenschaft und ein Konzept für ein Bärenrettungszentrum erarbeitet werden. Zudem soll das bereits bestehende Gesetz zum Schutz der heimischen Fauna um ein Verbot aller Formen der grausamen Privathaltung ergänzt werden.

 

Lefter Koka, Umweltminister von Albanien, erklärt dazu: „Zuerst wollen wir uns auf die grausamsten Fälle konzentrieren. Es gibt viele Bären, die als Touristenattraktion missbraucht werden, zum Beispiel in kleinen Käfigen neben Restaurants, an Stränden oder bei Sehenswürdigkeiten. Wir wollen das Image Albaniens als verantwortungsvolle Tourismusdestination stärken, in der Tierquälerei keinen legitimen Platz hat.“



© VIER PFOTEN

Ausbau des BÄRENWALD Prishtina

Derzeit leben 16 Bären im BÄRENWALD Pristhtina auf einer Fläche von insgesamt 5 Hektar. In der kommenden dritte Bauphase werden einerseits die bereits bestehenden Gehege vergrößert,  aber auch ein weiteres großes Gehege geschaffen.  Darüber hinaus werden die bestehenden Gehege mit zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bären ausgestattet und ein neues Besucher- und Bildungszentrum soll helfen, das öffentliche Bewusstsein für Tierschutz-Thematiken und Artenschutz weiter zu fördern.

 

Die Feier der Grundsteinlegung im BÄRENWALD fand am 19. März statt: An diesem Tag wurde vor drei Jahren die „Restaurant-Bärin“ Kassandra von VIER PFOTEN gerettet – sie war somit der erste Bär, der im BÄRENWALD ein neues artgemäßes Zuhause bekam.  Zwölf weitere Restaurantbären folgten bald nach und wurden mit der Unterstützung der kosovarischen Regierung noch im gleichen Jahr gerettet und in den BÄRENWALD gebracht.

 

Kosovo stellte sich als echtes “best  practice” Beispiel heraus: Mit vereinten Kräften der Regierung und von VIER PFOTEN konnte eine nationale Lösung zur Beendigung der illegalen Privathaltung von Bären umgesetzt werden. Alle beteiligten Partner werden hart daran arbeiten, einen ähnlichen Erfolg im Nachbarland Albanien zu erzielen.


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