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Pressemitteilung

2018-03-02

VIER PFOTEN kritisiert Bundesratsbeschluss zur Afrikanischen Schweinepest - Wildschweine dürfen nicht zum Sündenbock gemacht werden



© VIER PFOTEN

Hamburg, 2. März - Heute hat der Bundesrat einer Regierungsverordnung zur massenhaften Bejagung von Wildschweinen zugestimmt. Die Stiftung VIER PFOTEN äußert heftige Kritik daran, dass durch die Verordnung Schonzeiten für die Jagd auf Wildschweine komplett aufgehoben werden. Damit wird einer massenhaften Bejagung von Wildschweinen Tür und Tor geöffnet, auch wenn der Bundesrat den Ausnahmecharakter dieser drastischen Maßnahme betont. Da der Hauptüberträger des Erregers der Afrikanischen Schweinepest der Mensch ist, sollten entsprechende Maßnahmen im Mittelpunkt stehen - und nicht die Jagd auf heimische Wildtiere. VIER PFOTEN fordert ein Verbot von Langstrecken-Tiertransporten sowie ein Ende der hochsubventionierten Intensivtierhaltung.

 

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei VIER PFOTEN:
„Die Vielzahl von Tiertransporten, verunreinigte Lebens- und Futtermittel, sowie Kontaminationen bei der Verarbeitung und dem Transport, stellen das höchste Risiko einer Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland dar. Dies ausschließlich unseren heimischen Wildtieren anzulasten, ist eine völlig verkürzte Sichtweise. Das willkürliche Töten von gesundem Wild lenkt von strukturellen Ursachen ab. Wir brauchen langfristige Strategien zur Vermeidung von Tierseuchen.“

 

Dies bestätigt auch Albert Stegemann, der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU, in einem aktuellen Statement: „Gerade, weil die Afrikanische Schweinepest für Menschen unbedenklich ist, ist der Mensch durch unachtsames Verhalten Verbreiter Nummer eins. (…).“ Menschen können zwar nicht erkranken, aber über Kleidung oder Transportmittel das Virus verbreiten. Auch Lebensmittel wie Wurst und Schinken können den Erreger transportieren.

 

Bisher sind in der Bundesrepublik noch keine Fälle von Afrikanischer Schweinepest aufgetreten. In Osteuropa, insbesondere Polen und Litauen, häufen sich jedoch die Neuerkrankungen unter Wild- und Hausschweinen. Das hochansteckende Virus verläuft für Schweine tödlich. Eine Ausbreitung in Deutschland hätte dramatische Folgen.

 

Als Präventionsmaßnahmen zur Ausbreitung von Tierseuchen fordert VIER PFOTEN:

  • Stärkere Kontrollen im Transitverkehr, insbesondere landwirtschaftlichen Verkehr, aus Infektionsgebieten
  • Verbot von Langzeit-Lebendtiertransporten
  • Erlaubnis und Förderung der Entwicklung von geeigneten Impfstoffen gegen die Afrikanische Schweinepest 
  • Entwicklung und Anwendung von Markerimpfstoffen, anhand derer geimpfte von ungeimpften Tieren unterschieden werden können
  • Ethischer Wert eines Tieres muss eine wesentliche Rolle spielen -  Massentötungen aus rein ökonomischen Gründen widersprechen dem Tierschutzgesetz und dem Grundgesetz
  • Dezentralisierung von tierhaltenden Betrieben und Schlachthöfen, Förderung kleinerer Betriebe mit weniger Tieren, Förderung kleinerer und mittelgroßer Schlachtbetriebe - kürzere Anfahrtswege, weniger Sammeltransporte
  • Es müssen insgesamt weniger Nutztiere gehalten werden

VIER PFOTEN fordert ein Ende der Lebendtransporte: Zum Online-Protest

 

Gern vermitteln wir Ihnen ein Interview mit Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin
VIER PFOTEN

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Über VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Seit 1988 setzt sich VIER PFOTEN dafür ein, dass Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Dafür betreibt die international tätige Stiftung mit Büros in 11 Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit, nachhaltige Kampagnen sowie Lobbyarbeit. Im Fokus steht dabei die Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutz-, Heim- und Wildtieren. In den VIER PFOTEN Schutzzentren finden Bären und Großkatzen aus schlechter Haltung ein tiergerechtes Zuhause. www.vier-pfoten.de

 

Rückfragen an VIER PFOTEN:
Melitta Töller
Pressesprecherin
VIER PFOTEN Deutschland
Tel.: +49-40-399 249-66
Mail: presse-d@vier-pfoten.org
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Schomburgstraße 120, 22767 Hamburg
www.vier-pfoten.de


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