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Pressemeldung

2013-10-28

Zahl der Versuchstiere in Deutschland erneut gestiegen

VIER PFOTEN kritisiert: Bundesregierung nimmt Forderung nach Reduzierung von Tierversuchen nicht ernst


2012 mussten in Deutschland über drei Millionen Tiere ihr Leben für Versuche lassen.
© VIER PFOTEN /George Nedelcu

Hamburg, 28.10.2013 – Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat heute die Tierversuchsstatistik 2012 vorgelegt. Die traurige Bilanz: 2012 mussten erstmals über drei Millionen Tiere ihr Leben für Versuche lassen. Die Anzahl der Tiere, die im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen getötet wurden, ist laut Statistik im letzten Jahr um fast sechs Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass 2012 über 170.000 Tiere mehr verwendet wurden, als noch 2011.

 

Deutschland zeigt damit einen klaren Trend: Von 1997 bis 2012 hat sich die Zahl der in Versuchen verwendeten Tiere mehr als verdoppelt. Insgesamt starben im vergangenen Jahr für Tierversuche 3.080.727 Tiere.


„Obwohl das 3-R-Prinzip (Reduce, Refine, Replace) Grundstein der Tierversuchspolitik sein sollte, schaffte es die Bundesregierung nicht, dem nachzukommen. Immer noch werden vermehrt Projekte gefördert, die mit Tierversuchen arbeiten - selbst wenn diese oft überhaupt nicht auf den Menschen übertragbar sind. Das bringt nur unnötiges Leid für Labortiere und insgesamt einen Rückschritt für die Wissenschaft“, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. „VIER PFOTEN appelliert daher an die Bundesregierung: Als führender Standort für Innovation und Forschung in Europa sollte Deutschland eine Vorbildfunktion für andere Industrieländer sein, indem die Entwicklung von alternativen Methoden gefördert wird, um Tierversuche sukzessive zu ersetzen.“



Tierversuche sind fast nie auf den Menschen übertragbar

 

Der größte Teil der verwendeten Tiere sind Nager, wie zum Beispiel Ratten, Mäuse und Meerschweinchen. Es wurden jedoch auch eine große Auswahl an anderen Arten verwendet: Fische, Vögel, Hasen, Hunde, Katzen, Pferde und nichtmenschliche Primaten.

 

„Tierversuche sind fast nie auf den Menschen übertragbar. Der Unterschied zwischen Arten liegt nicht nur in ihrer Größe, sondern auch in ihrer Anatomie, Physiologie, Metabolismus, Neurologie, Pharmakologie, usw.“, sagt Dr. Martina Stephany. „Selbst relative geringe molekulare Differenzen können erhebliche Schwankungen in Resultaten zur Folge haben, was bedeutet, dass von Tierstudien auf menschliche Patienten zu schließen sehr bedenklich ist.“

 

VIER PFOTEN fordert die Bundesregierung dringend dazu auf, sich endlich mehr für die Förderung alternativer Testmethoden einzusetzen. Zur großen Auswahl an tierfreien, innovativen Techniken zählen Computermodelle, elektronische Scannings und Abbildungen sowie Molekularstudien oder sogar Forschungen mit Zellkulturen. Diese würden verlässlichere Resultate in kürzerer Zeit produzieren.


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