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Pressemeldung

2013-10-18

Riesen-Eule prallt gegen Fensterscheibe und erleidet Gehirnerschütterung

VIER PFOTEN gibt Tipps: So wird ein Fenster nicht zum Vogelkiller


Die 80 cm große Eule übersah ein Fenster des Allianz-Gebäudes in Hamburg.
© Wildtierstation Hamburg

Hamburg, 17. Oktober 2013 - In der Wildtierstation Hamburg erholt sich derzeit ein ganz besonderer Patient von dem Flug gegen eine Glasscheibe. Ein 80 Zentimeter großes Eulen-Weibchen war vergangene Woche gegen ein Fenster des Allianz-Gebäudes in Hamburg Nord geprallt und saß benommen auf einer Balkonbrüstung im 3. Stockwerk. Ein Tierpfleger der Wildtierstation Hamburg konnte den orientierungslosen, geschwächten Vogel vorsichtig einfangen und behutsam in die Wildtierstation bringen.


„Unsere Tierärztin hat die Eule sofort genau untersucht und geröntgt“, erklärt Christian Erdmann, Leiter der Wildtierstation Hamburg. „Sie hat zwar eine Gehirnerschütterung und mit Sicherheit starke Kopfschmerzen, aber glücklicherweise keine inneren Verletzungen oder Flügelfrakturen.“


Fensterscheiben sind die Gefahrenquelle Nummer eins für Vögel in der zivilisierten Welt. „Vögel können zwar sichtbare Hindernisse problemlos umfliegen, aber gegen unsichtbare Hindernisse wie Glas sind sie nicht gewappnet“, betont Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. „Fensterscheiben stellen deshalb für nahezu alle Vogelarten eine tödliche Gefahr dar.“ Allein in Deutschland sterben jährlich hunderttausende Tiere, weil sie gegen Glasscheiben fliegen. Dabei kann man mit relativ einfachen Methoden die Glasscheiben für Vögel als Hindernis sichtbar machen. Dr. Stephany rät: „Bringen Sie Jalousien, Rollos oder grobmaschige Netze an die Fenster an, dekorieren Sie das Fenster z.B. mit Fingerfarben, und stellen sie große Pflanzen an die Scheibe. Mit einem Vogelschutz-Filzstift können Sie außerdem ihr Fenster bemalen und damit das Risiko einer Kollision reduzieren. Er enthält einen UV-Farbstoff, den wir Menschen nicht sehen, Vögel aber schon.“ Der Nutzen der gängigen Greifvogelsilhouetten, die auf Fensterscheiben geklebt werden können, ist fraglich. Studien belegen, dass dadurch die Zahl der verunglückten Vögel nicht wesentlich reduziert wird.


Wer einen Vogel findet, der benommen am Boden sitzt und nicht flüchtet, sollte ihn in eine dunkle Kartonschachtel mit Luftlöchern setzen und an einem ruhigen, sicheren Ort abstellen. Nach zwei Stunden sollte Karton mit Vogel wieder ins Freie gebracht und geöffnet werden. Fliegt der Vogel nicht davon, sollte er in eine Wildtierstation oder zum Tierarzt gebracht werden.

 

Die Riesen-Eule in der Wildtierstation Hamburg ist auf dem Weg der Besserung. Sie frisst gut und kommt in einer großen Holzvoliere, die sie sich mit einer anderen Eule teilt, sichtlich zu Kräften. Nächste Woche kann sie wieder ausgewildert werden.


Presserückfragen an VIER PFOTEN:
Melitta Töller 
Press Officer
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