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Pressemeldung

2013-10-11

Verhaltensgestörte Elefanten bei Circus Carl Busch

VIER PFOTEN veröffentlicht neue Video-Recherche



© VIER PFOTEN / Fred Dott

Hamburg, 11. Oktober 2013 - VIER PFOTEN hat die beiden Elefanten des Circus Carl Busch an vier Tagen in ihrem kleinen Außengehege auf dem Heiligengeistfeld beobachtet. Die Tiere weisen Verhaltensstörungen und körperliche Defizite auf, die typische Merkmale von Elefanten in nicht artgerechter Haltung sind. Das Videomaterial hat VIER PFOTEN heute veröffentlicht und die Belege zuvor dem zuständigen Veterinäramt Hamburg-Mitte übermittelt.

 

„Das Leiden der Busch Elefanten ist typisch für die Umstände in einem fahrenden Zirkus“, berichtet Dr. Martina Stephany, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN. „Denn permanenter Bewegungsmangel, ständige Transporte und belastende Auftritte führen oft zu Verhaltensstörungen und Krankheiten.“ Sowohl die asiatische Elefantenkuh Carla als auch die Afrikanerin Mashibi zeigten an allen Beobachtungstagen stereotypes Verhalten in Form des sogenannten Webens: Das sind sich andauernd wiederholende gleichförmige Bewegungen von Kopf und Oberkörper, die nicht zum natürlichen Verhalten wildlebender Elefanten gehören. Stereotypien gelten als Ausdruck für mangelndes Wohlbefinden und werden als Anzeichen dafür benannt, dass die betroffenen Tiere im Sinne des Tierschutzgesetzes leiden. Mashibi erregt zusätzlich Besorgnis durch auffällige Hautveränderungen und ausgesprochene Kleinwüchsigkeit.

 

Als Ursachen für die Verhaltensstörungen sieht VIER PFOTEN die fehlende artgemäße Sozialstruktur, die artfremde Umgebung, fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten und den extremen Bewegungsmangel. Die starken Hautveränderungen der afrikanischen Elefantenkuh wertet VIER PFOTEN als Indiz für fehlende Hautpflege. VIER PFOTEN hat das Veterinäramt zu einer erneuten Inspektion des Circus Carl Busch aufgefordert. „Dabei sollte nicht nur auf die Größe des Außengeheges und Inventar wie Scheuerbaum oder Äste geschaut werden. Wichtig ist vor allem eine genaue Bewertung des gestörten Verhaltens der beiden Elefanten, gegebenenfalls durch externe Experten“, erläutert Dr. Stephany. Hamburg hat sich vor zwei Jahren im Bundesrat intensiv für ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen eingesetzt. „Vor diesem Hintergrund sollten die Hamburger Veterinärbehörden alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenn sie in der Hansestadt Zirkusse mit Wildtieren kontrollieren“, sagt Dr. Stephany.


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Der Circus Carl Busch ist in der Vergangenheit immer wieder durch seine ungenügende Elefantenhaltung aufgefallen und bereits zu Bußgeldern verurteilt worden. In den vergangenen zwei Jahren starben in deutschen Zirkussen neun Elefanten verfrüht oder mussten aufgrund gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden. Auch darum fordert VIER PFOTEN ein bundesweites Wildtierverbot für Zirkusbetriebe.

 

Kurzer Youtube-Clip über die Elefanten bei Circus Carl Busch: http://youtu.be/2eItV9JoN7c


Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de/kampagnen/wildtiere/zirkus/


Presserückfragen an VIER PFOTEN:


Melitta Töller 
Press Officer
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mobile: +49 160 90559483
fax: +49-40-399 249-99
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mail: melitta.toeller@vier-pfoten.org


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