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Pressemeldung

2013-10-01

Not-OP im BÄRENWALD:

Braunbärin Sonja wird vereiterter Zahn gezogen


Wegen eines vereiterten Zahns wurde Bärin Sonja am 27. September operiert.
© VIER PFOTEN / Monique Gunzinger

Stuer / Hamburg, 1. Oktober 2013 – In einer Notfall-Operation hat Zahnarzt Dr. Marc Loose am vergangenen Freitag im BÄRENWALD Müritz die Braunbärin Sonja behandelt. Sonja hatte tagelang kein Futter zu sich genommen, wollte sich kaum mehr bewegen. Ein Blick in das Gebiss der 25-jährigen Bärin zeigte: der rechte, untere Fangzahn war komplett vereitert, Sonja hatte offenbar starke Schmerzen beim Fressen. Unter Narkose entfernte Dr. Loose den entzündeten Zahn. Außerdem entdeckten die Tierärzte des Instituts für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, Dr. Frank Göritz (Leitender Tierarzt) und Johanna Painer (Doktorandin und Assistenz-Tierärztin), beim Ultraschall eine Zyste am Eierstock der Bärin. Diese Zyste kann neben den Zahnschmerzen ebenfalls dafür verantwortlich sein, dass Sonja sich so unwohl fühlte.

 

Inzwischen hat sich die alte Bärendame von der Zahn-OP gut erholt und streift bereits wieder durch den BÄRENWALD.


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Dr. Marc Loose ist niedergelassener Zahnarzt in eigener Praxis in Hamburg-Rothenbaum. Durch Praxiserfahrungen im In- und Ausland ist Dr. Loose einer der wenigen Spezialisten auf dem Gebiet der Wildtierzahnmedizin. Für die Behandlung von Wildtieren reist Dr. Loose mit seiner mobilen Behandlungseinheit, den speziell für die Tiere angefertigten Feilen, chirurgischen Instrumenten und einem mobilen Röntgengerät in die VIER PFOTEN BÄRENWÄLDER. „Sonjas Canini war so stark zerstört und vereitert, dass er leider nicht mehr zu retten war“, berichtet Dr. Loose. „In Gefangenschaft gehaltene Bären beißen oft auf den Gitterstäben ihrer Käfige. Dadurch brechen die langen Fangzähne ab und der Nerv wird eröffnet. Die nicht artgerechte Fütterung fördert die Keimbildung, die dann ungehindert in den Zahn eindringen und ihn zerstören. Im fortgeschrittenen Stadium bilden sich schmerzhafte Abszesse, wie bei Sonja. Gut, dass Sonja nun im BÄRENWALD artgerecht gefüttert wird: mit viel frischem Obst, Gemüse und Fisch! Süßigkeiten wie z.B. Rosinenbrötchen sind im BÄRENWALD absolut Tabu.“

Assistenz-Tierärztin Johanna Painer: „Zysten am Eierstock können äußerst schmerzhaft sein, das ist bei Tieren nicht anders als bei Menschen. Zum Glück konnten wir sie rechtzeitig per Ultraschalluntersuchung feststellen und sie nun schonend behandeln!“ Die Tierärzte des IZW haben bereits jahrelange Erfahrung mit den Bären des BÄRENWALDES und sind bei jedem Transport und jeder Operation der Bären mit dabei, um die Narkose der Tiere zu überwachen.

Braunbärin Sonja wurde im Mai 2013 zusammen mit ihren Töchtern Mary und Clara aus dem Tiergarten Mönchengladbach an die Müritz gebracht. In Mönchengladbach lebten die Bären in einem kleinen Gehege auf Betonboden. Im BÄRENWALD können sie endlich ihre Instinkte wiederentdecken und ihr natürliches Verhalten ausleben – umherstreifen, sich zurückziehen, Höhlen graben oder im Teich baden.

Schon am kommenden Freitag, den 4. Oktober wird Dr. Loose erneut einen Zahnarzt-Besuch im BÄRENWALD machen. Denn dann steht für Mary und Clara der erste Zahnarzt-Termin ihres Lebens an. Die Presse ist herzlich eingeladen, bei diesem Termin dabei zu sein. Bitte melden Sie sich unter presse-d@vier-pfoten.org an, um den genauen Treffpunkt und Uhrzeiten zu erfahren.


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