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Pressemeldung

2013-09-19

EU-Kommissar Tonio Borg zum Streunerhundeproblem: Alle Mitglieder der Weltorganisation für Tiergesundheit müssen deren Richtlinien respektieren

VIER PFOTEN fordert von Rumänien Alternativen zur Massentötung

 

Brüssel / Hamburg, 19. September 2013 – Anlässlich einer Tierschutzdebatte der „Intergroup on the welfare & conservation of animals“ im Europäischen Parlament in Brüssel äußerte sich EU-Gesundheitskommissar Dr. Tonio Borg zur STreunerhunde-Problematik in Rumänien. Die EU-Kommission habe diesbezüglich zwar keine rechtliche Zuständigkeit, sie könne und werde jedoch ihre Mitgliedstaaten dazu ermahnen, die einschlägigen internationalen Abkommen zu befolgen. Insbesondere die Richtlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) müssten befolgt werden. In deren Gesundheitskodex für Landtiere gilt Euthanasie (im Sinne von Tötung auch gesunder Hunde) als eine Methode, die nur dann angewendet werden soll, wenn andere Methoden keine Wirkung zeigen.


„VIER PFOTEN begrüßt diese Position der EU-Kommission, die jenseits der formalrechtlichen Frage damit ihre politische Rolle als Hüterin der Verträge wahrnimmt“, betont Dr. Marlene Wartenberg, Leiterin des VIER PFOTEN Europabüros in Brüssel.


Rumänien steht damit politisch unter Druck, denn es ist Mitglied der OIE und hat sich mit deren Richtlinien einverstanden erklärt.


"Rumänien muss nun klar zu erkennen geben, dass eine nachhaltige Lösung für ein gutes Zusammenleben der Bevölkerung mit Streunerhunden angestrebt wird", fordert Gabriel Paun, Kampagnenleiter bei VIER PFOTEN International. Ein bloßes Tötungsgesetz ist nicht vereinbar mit den internationalen Bestimmungen. "Die bisherigen Ansätze alternativer Methoden sind nicht ausreichend, nicht koordiniert und damit wirkungslos", sagt Gabriel Paun von VIER PFOTEN. "Es ist Zeit, dass die rumänischen Behörden Verantwortung übernehmen und flächendeckend Kastrationsprogramme durchführen. Wir brauchen eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für alle Hunde, außerdem muss in der Bevölkerung für die Adoption von Streunerhunden geworben werden.“


VIER PFOTEN hatte sich am 17. September über den rumänischen Volksanwalt an den Verfassungsgerichtshof gewandt. Dieser soll die Massentötung von Streunerhunden verhindern, bevor der Staatspräsident das Gesetz dazu unterzeichnen kann. Dreißig Abgeordnete des rumänischen Parlaments haben das Gesetz ebenfalls angefochten. Am 25. September 2013 wird die Gesetzesnovelle beim Verfassungsgericht verhandelt. So lange kann sie keine Rechtskraft erlangen.


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