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Pressemeldung

2013-09-04

Ukraine: VIER PFOTEN rettet erste Kampfbärin in geheimer Mission

Ukraine/Deutschland, 4. September 2013 – Ein Rettungsteam von VIER PFOTEN hat gestern in der Ukraine die fünfjährige Kampfbärin Masha in geheimer Mission befreit und nach Zhytomyr in die Bärenstation Nadiya überführt.

Das Katz-und-Maus-Spiel mit der Bärenkampflobby um die Bärin Masha hat ein Ende: VIER PFOTEN ist es nach zermürbenden Verhandlungen gelungen, den Besitzer der geschundenen Bärin zu überzeugen, sie der internationalen Tierschutzorganisation zu überlassen. Bei der gestrigen Übergabe in einem entlegenen Waldstück, 120 Kilometer entfernt von Charkiw, waren keine Behörden zugelassen. „Wir haben dieses Risiko auf uns genommen, um die Sicherheit Mashas zu gewährleisten“, erklärt Tierarzt Dr. Amir Khalil, Projektleiter bei VIER PFOTEN.

Die fünfjährige Bärin lebte auf dem Gelände eines Hundetrainingsplatzes in der Nähe der Stadt Pavlograd. Ihr Besitzer hatte sie illegal von Tierhändlern erworben und missbrauchte sie jahrelang als Köder für die Ausbildung von Jagdhunden. Bei dieser brutalen Hetze werden Hunde dazu abgerichtet, einen wehrlosen, angeketteten Bären anzugreifen. Ihren winzigen Käfig, in dem sie sich nicht einmal aufrichten konnte, durfte Masha nur für die Bärenkämpfe verlassen.

 

Dr. Amir Khalil: „Bären brauchen sehr viel Platz, die Möglichkeit zur  Winterruhe und ein ausgewogenes Nahrungsangebot. Masha hatte nichts davon: Sie ist viel zu dünn, ihr Fell ist stumpf. Der Betonboden in ihrem Käfig  hat ihren Tatzen sehr zugesetzt und am Nacken hat sie viele Scheuerwunden aufgrund des Halsbandes und der schweren Metallkette, die sie tagein tagaus tragen musste. Eine beispiellose Tierquälerei!“

VIER PFOTEN erfuhr bereits im Februar 2013 von Mashas leidvollem Dasein. Die Organisation informierte die Behörden, die kurz darauf den Tatbestand der Tierquälerei bestätigten und den Besitzer anzeigten. Bevor es jedoch zu einer Verhandlung kommen konnte, verschwand die Bärin spurlos. Tierarzt Dr. Khalil: „Der Druck für die Bärenkampflobby war aufgrund des von uns veröffentlichten Videomaterials zu groß geworden – diese Kämpfe finden ja illegal statt. Der Besitzer ließ Masha verschwinden, doch wir gaben nicht auf. Wir konnten mit dem Besitzer in Kontakt treten und ihn nach mehreren Verhandlungen letztendlich dazu bewegen, uns freiwillig Masha an einem geheimen Ort zu übergeben.“

Das von VIER Pfoten im Juli veröffentlichte Material zeigt brutale Kampfbärenveranstaltungen. Das Video löste eine weltweite Welle der Empörung aus. VIER PFOTEN sucht nun nach einer langfristigen Lösung für die verbleibenden Kampfbären. „Masha ist erst der Anfang. Es gibt noch rund weitere 20 Kampfbären in der Ukraine. Wir möchten ihnen allen eine sichere und bärengerechte Zukunft bieten“, betont Dr. Khalil.

Den rund zwölf Stunden langen Transfer in der VIER PFOTEN Tierambulanz vom nordöstlich gelegenen Charkiw ins 900 Kilometer entfernte Zhytomyr hat Masha gut überstanden. Mehrmals wurde sie während der Fahrt von den Tierpflegern mit Äpfeln und frischem Gemüse gefüttert. Der Besitzer wollte nicht, dass die Bärin bei der Übergabe betäubt wurde, möglicherweise aus Angst vor dem Betäubungsgewehr. „Es war daher eine ziemlich Herausforderung, die verängstigte Bärin vom Käfig des Besitzers in unseren Transportkäfig zu bewegen“, so Dr. Khalil. Bei der Ankunft in Zhytomyr wurde Masha narkotisiert und einem medizinischen Check unterzogen, sie erhielt einen Mikrochip und notwendige Medikamente. Dr. Amir Khalil entfernte auch behutsam die schwere Metallkette. „Der Gesamtzustand von Masha ist den Umständen entsprechend nicht schlecht, aber sie war sehr nervös und natürlich schwach.“

Masha beginnt nun ein neues Leben. Bei ihrer gestrigen Freilassung in das rund 500 Quadratmeter große, naturnahe Gehege mit Bäumen, Pool und Rückzugsmöglichkeiten spürte man auch die Erleichterung des VIER PFOTEN Teams. Dr. Khalil: „Wir haben viel Vorbereitungszeit in diesen riskanten Einsatz investiert. Ich bin mehr als erleichtert, dass bei dieser Rettungsaktion alles wie geplant über die Bühne gegangen ist. Und natürlich stolz auf mein Team.“

Printfähige Fotos von der gesamten Rettungsaktion sind auf Anfrage kostenfrei erhältlich. Professionell gedrehtes Footage und ein Video stehen ab morgen ebenfalls kostenfrei zur Verfügung.



VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind fundierte Recherchen einschließlich wissenschaftlicher Expertise sowie intensives nationales und internationales Lobbying auf politischer und gesetzlicher Ebene. Nationale und internationale Hilfsprojekte sorgen für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.



Presserückfragen an VIER PFOTEN:
Melitta Töller
Press Officer
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mobile: +49 160 90559483
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