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Pressemeldung

2013-07-25

Illegale Bärenkämpfe in der Ukraine:

Stellungnahme von Tiernahrungshersteller ROYAL CANIN ausweichend und unvollständig


Hamburg, 25. Juli 2013 - VIER PFOTEN veröffentlichte diese Woche brisantes Videomaterial, das beweist, dass Royal Canin illegale und brutale Bärenkämpfe in der Ukraine gesponsert hat. Die erste Stellungnahme des global agierenden französischen Tiernahrungsproduzenten ist vage, ausweichend und enthält keine Vorschläge, wie den Bären geholfen werden kann. Mit einem internationalen Protestschreiben fordert VIER PFOTEN den Konzern auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.


Das von VIER PFOTEN am Dienstag veröffentlichte Videomaterial sorgt weltweit für Entrüstung bei Tierschützern und Tierhaltern. Das Video, das zeigt, wie ein angeketteter Bär von mehreren Jagdhunden im Rahmen eines von Royal Canin gesponserten Wettbewerbs in der Ukraine brutal angegriffen wird, wurde bereits fast 100.000 mal auf Youtube aufgerufen. Mittlerweile haben sich auch mehrere tausend Unterstützer dem Protest von VIER PFOTEN angeschlossen und E-Mails an den Konzern verschickt. Auch nutzen tausende verärgerte Royal Canin Kunden bereits die Social Media-Kanäle des Tiernahrungsherstellers, um ihren Unmut kundzutun.


„Trotz des steigenden medialen Drucks und einer intensiven Reaktion der Öffentlichkeit gibt es seitens Royal Canin weiterhin kein Interesse an einem Gespräch mit uns. Lapidare Entschuldigungshinweise und Äußerungen, wie etwa, man habe nicht von der Involvierung der Bären gewusst, zeigen eine nahezu hilflose Ignoranz eines Konzerns, der endlich Verantwortung übernehmen soll“, sagt Dr. Amir Khalil von VIER PFOTEN. Die gebrandeten Pokale, die beim Wettbewerb zum Einsatz kamen, belegen eindeutig einen Bärenkampf: Sie tragen folgende Inschrift (übersetzt): „Zweite Meisterschaft zwischen Jagdhunden für Bären und Wildschweine“. „Verantwortung übernehmen heißt, eine tiergerechte Unterbringung für die bei den Veranstaltungen gequälten Bären zu unterstützen. Und an genau einer solchen Lösung arbeiten wir aktuell gemeinsam mit den ukrainischen Behörden“, konkretisiert Khalil.


In einer ersten Stellungnahme gibt sich Royal Canin zwar „schockiert und tief berührt“ über die Vorfälle. Darüber, wie es mit den geschundenen Bären weitergehen soll, verliert der Konzern jedoch kein Wort. Es ist lediglich davon die Rede, dass die ukrainische Niederlassung „Maßnahmen ergriffen hat, um jede Art von Sponsoring und Veranstaltungen zu unterbinden, die im Widerspruch zur Tierschutzethik des Unternehmens stehen, weltweit sind „alle Royal Canin Niederlassungen noch einmal sensibilisiert“ worden.

 

Weiter ist auf der Website von Royal Canin Deutschland zu lesen, dass „die ukrainische Niederlassung ungewollt eine Veranstaltung unterstützt“ hat. Khalil: „Das ist nicht richtig. Wir haben Beweise, dass Royal Canin nicht nur den Wettbewerb im April 2013 unterstützt hat. Im Rahmen unserer Recherche wurde uns Material zugespielt, das belegt, dass ein ähnlicher Wettbewerb bereits im Februar 2012 von Royal Canin gesponsert wurde."

 

Royal Canin Schweiz gab diese Woche gegenüber Journalisten an, nichts von „derartigen Veranstaltungen“ gewusst zu haben. Auch dies kann VIER PFOTEN widerlegen. Amir Khalil: „Wir haben alle europäischen Niederlassungen von Royal Canin, in denen VIER PFOTEN ein Büro hat, somit auch in der Schweiz, und das Headquarter in Frankreich, im Mai 2013 kontaktiert, sie mit den Auszügen des Bildmaterials konfrontiert und um ein persönliches Gespräch gebeten. Bis heute wird ein persönliches Gespräch verweigert."

 

Laut Schätzungen von VIER PFOTEN gibt es in der Ukraine zwischen 15 und 20 sogenannte Kampfbären. Ihnen möchte die Organisation eine artgemäße Zukunft bieten - mit dem Bau eines Bärenrefugiums vor Ort. Dazu braucht VIER PFOTEN die Unterstützung der ukrainischen Behörden, aber auch von Royal Canin.



VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind fundierte Recherchen einschließlich wissenschaftlicher Expertise sowie intensives nationales und internationales Lobbying auf politischer und gesetzlicher Ebene. Nationale und internationale Hilfsprojekte sorgen für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.



Presserückfragen an VIER PFOTEN:
Melitta Töller
Press Officer
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