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Pressemeldung

2013-06-07

VIER PFOTEN kritisiert Tierschutz-Blockade der Regierungskoalition

Schwarz-gelbe Bundestagsmehrheit verschleppt Anträge zum Schutz von Wildtieren

 

Hamburg / Berlin, 7. Juni 2013: Auf der Plenarsitzung des Bundestages hat Schwarz-Gelb heute zwei Anträge für Verbesserungen beim Handel und der Haltung von Wildtieren blockiert. Weder ein gemeinsamer Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen (Ds 17/13712) noch eine Initiative der Fraktion Die Linke (Ds 17/13713) fanden eine Mehrheit. Stattdessen wurden beide Anträge mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP in den Umweltausschuss überwiesen.

 

„Erneut erteilt die Regierungskoalition dem Tier- und Artschutz eine Absage“, kritisiert Thomas Pietsch, Biologe und Wildtierexperte bei VIER PFOTEN. „So kurz vor der Bundestagswahl hat sich damit ein besserer Schutz von Wildtieren in dieser Legislaturperiode erledigt.“

Beide Anträge zielten darauf ab, die Einfuhren von Wildfängen für den Heimtiermarkt aus Artenschutzgründen zu beschränken und den Tierschutz beim Handel und der privaten Haltung exotischer Tiere zu verbessern. So sollten Tierbörsen streng reglementiert und Listen mit für die Privathaltung geeigneten Tierarten erarbeitet oder schwierig zu haltende Arten verboten werden. Weiter forderten die Anträge, die Einfuhr von Wildfängen für den kommerziellen Handel stark einzuschränken oder zu verbieten.

 

Bis zu 840.000 Reptilien und 380.000 Süßwasserfische werden jährlich nach Deutschland eingeführt, Wildfänge machen dabei einen großen Anteil aus. Hauptabnehmer für diese Tiere ist der Heimtiermarkt, der seit Jahren boomt und nach immer mehr und exotischeren Tierarten verlangt. Die hohen Importzahlen werden für Artenschutzprobleme mit verantwortlich gemacht.

 

Tierschutzprobleme entstehen bereits beim Fang in den Herkunftsländern, beim Transport und im Zuge des kommerziellen Handels in Deutschland. Gelangen Tierarten mit hohen Haltungsansprüchen in unkundige Hände privater Liebhaber, setzt sich das Leiden der Tiere oftmals fort. Die Initiativen sollten helfen, diese Probleme zu verringern. Der heutige Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen wurde auf der Fachebene ursprünglich von allen Bundestagsfraktionen unterstützt. „Dass die Regierungskoalition nun im letzten Moment abgesprungen ist, ist aus Tierschutzsicht ein Trauerspiel. Da es hierfür offenbar keine fachlichen Gründe gibt, wird das Wohlergehen von Millionen Wildtieren dem Wahlkampf geopfert“, sagt Thomas Pietsch.

Fast zeitgleich beginnt in Hamm die weltweit größte Börse für Terrarien-Tiere, die „Terraristika“. Auf der Messe können sich Besucher am 8. Juni nicht domestizierte Wildtiere anschauen und als Haustier anschaffen: Neben exotischen Nagern, Schlangen, Echsen und Schildkröten bieten über 400 Aussteller auch Amphibien, Skorpione, Spinnen und Insekten unter fragwürdigen Bedingungen an.

 

VIER PFOTEN rät dringend vor Spontankäufen auf der Messe ab, aus Tierschutzsicht sind Wildtiere als Haustiere nicht geeignet. Stattdessen empfehlen wir allen Menschen, die sich einen tierischen Hausgenossen wünschen, den Gang ins nächsten Tierheim.

 

Als eine tierfreundliche Alternative verweist VIER PFOTEN auf die Heimtiermesse „PetExpo“ in Wien. Besucher können sich hier vom 7. bis 9. Juni 2013 in der Wiener Stadthalle über Service und hochqualitative Produkte rund um das Heimtier informieren, ohne das Tier selbst zum Ausstellungsobjekt zu machen. „Eine tierfreie und somit tierleidfreie Messe wäre auch in Deutschland wünschenswert“, meint Wildtierexperte Thomas Pietsch.


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