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Pressemeldung

2013-05-22

VIER PFOTEN kritisiert Katzen-Experimente am Max Planck Institut

Frankfurt am Main / Hamburg, 22. Mai 2013 – Forscher des Max Planck Instituts in Frankfurt am Main führten grausame Experimente zur Untersuchung des Sehzentrums von Katzen durch. Bei den Verfahren wurde betäubten Katzen die Schädeldecke geöffnet, so dass Elektroden eingeführt werden konnten, um die Hirnaktivität aufzuzeichnen, während die fixierten Katzenaugen auf einen Bildschirm starrten.

 

Ziel des Experiments war, die verschiedenen Signale zu untersuchen, die Neuronen infolge von Reizen an der Sehrinde im Gehirn gebrauchen.
Für die Studie (2012 durchgeführt) wurde den Katzen zunächst ein muskellähmendes Mittel zugeführt, um die Augenbewegungen zu unterbinden. Anschließend wurde die Schädeldecke geöffnet und über der Schädelöffnung wurden stereotaktische Kammern fixiert, um eine Gehirnhälfte untersuchen zu können. Dann wurden Kontaktlinsen in die Augen der Katzen eingesetzt und Elektroden zu Aufnahmezwecken der Gehirnaktivität eingeführt.

 

VIER PFOTEN kritisiert diese Experimente und fordert ein Ende für stark invasive Tierversuche. Die Tierschutzorganisation ist überzeugt, dass Experimente, die starke Schmerzen, schwerwiegendes Leiden oder psychologische Traumata über einen langen Zeitraum auslösen, vollständig verboten werden müssen. Außerdem fordert VIER PFOTEN die Einführung einer Schmerzgrenze für Tierversuche in Deutschland, die unter keinen Umständen überschritten werden sollte. VIER PFOTEN drängt die zuständigen Behörden, die Vorschriften des neuen EU-Gesetzes für Tierversuche vollständig auszuschöpfen und stets genauer zu prüfen, ob der scheinbare Nutzen eines Tierversuchs gegenüber dem hohen Preis an Leid ethisch zu vertreten ist.

 

„Im Hinblick auf Deutschlands Staatsziel Tierschutz müssen die ethischen Argumente gegen Tierversuche mehr in den Vordergrund rücken”, sagt Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Die Zahl der Tierexperimente in Deutschland ist zwischen 2010 und 2011 um mehr als 55.000 auf eine Gesamtzahl von 2,91 Millionen Tiere angestiegen. Außerdem hat die Regierung noch keinen Plan für alternative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden eingereicht, wie von der EU gefordert wird.

„In deutschen Laboren werden hunderte Katzen chirurgischen Eingriffen ausgesetzt und absichtlich mit Krankheiten infiziert. Viele der Tiere sterben während oder spätestens nach den Experimenten", berichtet Dr. Stephany. „Jeder, der Katzen liebt, weiß, wie sensibel und intelligent diese Tiere sind.“ Die Zahl der Tierversuche mit Katzen in Deutschland bewegt sich seit dem Jahr 2000 zwischen 500 und 1000 Tieren pro Jahr. 2011 wurden in Deutschland etwa 600 Katzen für Experimente genutzt – mehr als in Großbritannien, den Niederlanden und Österreich zusammen. Katzen dienen zum Beispiel der Hirnforschung und der Erforschung des Magen- und Darmtraktes.


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