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Pressemeldung

2013-05-15

Skandalzirkus Voyage in Hamburg

Afrikanische Großtiere im Gewerbegebiet – VIER PFOTEN fordert Aus für Wildtierzirkusse

 

Hamburg, 15. Mai 2013 – Ab Donnerstag schlägt der Zirkus Voyage in Hammerbrook seine Zelte auf. Afrikanische Elefanten, Giraffen, ein Breitmaulnashorn und ein Flusspferd sind Bestandteil des Zirkusprogramms. Die extrem anspruchsvollen Tierarten sind ständig auf Tour und haben unter Zirkusbedingungen nicht die Möglichkeit ihren Bedürfnissen nachzukommen. Stattdessen verbringen sie ihr Leben bei Voyage auf engsten Raum und zeigen entwürdigende Tricks in der Manege. VIER PFOTEN pocht auf ein gesetzliches Wildtierverbot für Zirkusse.


Elefanten können ihr natürliches Verhalten im Zirkus nicht ausleben.
© VIER PFOTEN / Fred Dott

Erneut besucht ein Zirkus mit einer Fülle an Wildtieren die Hansestadt. Die afrikanische Großtiere von Voyage gastieren vom 16. Mai bis 9. Juni in Hammerbrook, umgeben von verkehrsreichen Straßen und Bahngleisen. Fern ihrer ursprünglichen Heimat stehen den Tieren nur winzige Zelt- und Außengehegeflächen und dem Flusspferd ein kleiner Wassercontainer zur Verfügung.

 

„Die hochsensiblen Tierarten werden bei Voyage zu Unterhaltungszwecken tierquälerisch gehalten und können ihr natürliches Verhalten nicht ausleben, dies lässt die unzureichende Rechtsgrundlage leider immer noch zu“, kritisiert Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany von VIER PFOTEN. Wie in anderen Zirkussen zeigen sich eklatante Haltungsmängel: Die äußerst empfindlichen Giraffen oder das Nashorn sind ständigen Orts- und Klimawechseln ausgesetzt, das Flusspferd wird ohne Artgenossen gehalten und die Elefanten leben weder in einer natürlichen Sozialstruktur, noch können sie ihrem großem Bewegungsdrang nachkommen.

 

Zirkus Voyage steht mit seiner Tierhaltung schon lange in der Kritik: 2012 ist die Elefantenkuh Mausi nach langer, haltungsbedingter Krankheit bei einem Transport mit nur 30 Jahren qualvoll verstorben. Zuvor waren bereits zwei Giraffen und ein weiterer Elefant weit vor der natürlichen Lebenserwartung verendet. Abgesehen von den Tierschicksalen stellen Wildtierzirkusse auch ein enormes Sicherheitsrisiko dar. In fortschrittlichen Zoos werden Elefanten ohne direkten Menschenkontakt gehalten. Bei Voyage dagegen bringen sich nicht nur Zirkusmitarbeiter durch die tägliche Arbeit in Gefahr, sogar Kindern wird Elefantenreiten angeboten. Dabei ist die Liste mit schweren Unfällen gerade bei Elefanten fast endlos.  

Trotz des Bundesratsbeschluss für ein Wildtierverbot von 2011 gastierten seitdem Elefanten, Seelöwen, Giraffen, Löwen, Tiger, Alligatoren, ein Schimpanse, ein Nashorn und ein Flusspferd in Hamburg. Und das ist nur ein Bruchteil der quer durch Deutschland ziehenden Zirkustiere. VIER PFOTEN fordert ein komplettes Wildtierverbot für Zirkusse. Das zuständige Bundesministerium bleibt jedoch nahezu untätig. Zwar wurde in das jüngst novellierte Tierschutzgesetz auf Druck der Bundesländer die Möglichkeit eines Verbots einzelner Tierarten aufgenommen. Der neue Paragraph legt jedoch enorm hohe Hürden an.


 

 

Weitere Informationen:

 

Wildtiere im Zirkus

 


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